Der Börsen-TagFed sendet Signale, DAX vor dem Ausbruch?
Nahezu unverändert und unter dem charttechnischen Widerstand von 14.440 Punkten ist der DAX aus dem Mittwochsgeschäft herausgegangen. Eine geringe Handelsspanne und relativ niedrige Umsätze hatten das Geschäft zur Wochenmitte bestimmt. Die Anleger hielten sich zurück - und blickten in die USA. An der Wall Street hatten die Leitindizes leichte Gewinne verbucht. Ein Grund dürfte der Inhalt des Fed-Protokolls gewesen sein, denn in der US-Notenbank Federal Reserve mehren sich die Signale für ein Umschalten auf eine weniger aggressive Linie bei Zinserhöhungen. Eine "deutliche Mehrheit" der Währungshüter hält es für wahrscheinlich angebracht, bald Tempo bei den Anhebungen herauszunehmen, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Zinssitzung von Anfang des Monats hervorgeht. Damit soll es der Notenbank besser möglich sein, ihre Fortschritte auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität einzuschätzen. Dieses Vorgehen soll der Tatsache Rechnung tragen, dass unsicher ist, mit welcher Zeitverzögerung die Zinserhöhungen greifen und wie stark sie dabei auf Wirtschaft und Inflation einwirken.
Die Fed hatte Anfang November den Leitzins zum vierten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Er liegt aktuell in einer Spanne zwischen 3,75 und 4,00 Prozent. Mittlerweile haben mehrere US-Notenbanker signalisiert, dass sie kleinere Schritte befürworten könnten. An den Terminmärkten wurde die Chance auf einen kleineren Zinsschritt von 0,50 Prozentpunkten auf der Sitzung Mitte Dezember nunmehr auf 79 Prozent taxiert.
Der DAX wird aktuell aber mit Kursen um 14.470 Zähler taxiert und damit zum einen fester und zum anderen über dem charttechnischen Widerstand, der um 14.440 Punkte liegt. Dennoch: Dem vergleichsweise dünnen Handel zur Wochenmitte dürfte ein ähnliches Geschäft heute folgen.Der Grund: Wegen des US-Feiertags Thanksgiving bleibt die Wall Street geschlossen. Hierzulande dürften die Blicke der Anleger vor allem auf den Daten des Ifo-Geschäftsklimaindex liegen. Der Index zeigt, wie die Stimmung in den Chefetagen ist.
Zuletzt hatten sich vor allem die Erwartungen der Unternehmen angesichts von Lieferketten-Problemen und Energiepreis-Anstiegen verdüstert. "Die November-Zahlen werden zeigen, ob sich nun auch die tatsächliche Geschäftslage verschlechtert und sich die deutsche Wirtschaft bereits auf dem Weg in eine Rezession befindet", fasst Commerzbank-Experte Ralph Solveen zusammen. Ein klares Signal sei aber nicht zu erwarten: während der Gesamtindex leicht zurückgehen dürfte, könnten die Erwartungen angesichts des abnehmenden Risikos eines Gas-Mangels sogar leicht zugelegt haben.
Daneben liefert der Branchenverband ACEA frische Nutzfahrzeug-Absatzzahlen und Remy Cointreau stellt das ausführliche Quartalsergebnis vor. Die Bundesbank präsentiert ihren Finanzstabilitätsbericht 2022. Aus Frankreich gibt es Zahlen zum Geschäftsklima und aus der Türkei die Ergebnisse der geldpolitischen Sitzung des Zentralbank-Rats.