Der Börsen-TagFed steckt in der Zins-Zwickmühle

Die US-Notenbank Fed dürfte auf ihrer Sitzung eine weitere Zinssenkung beschließen. Die heutige Entscheidung steht jedoch im Spannungsfeld zwischen dem politischen Druck von Präsident Donald Trump und der Sorge vor einer hartnäckigen Inflation. Eine Senkung des Leitzinses um einen viertel Prozentpunkt - wie im September und Oktober - auf die Spanne von dann 3,5 bis 3,75 Prozent gilt am Finanzmarkt als ausgemacht. Die begleitende Erklärung dazu und die neuen Wirtschaftsprognosen werden zeigen, ob die Währungshüter die Tür für weitere Lockerungen offenlassen. Zudem dürfte der Beschluss Weichen für den künftigen Kurs unter einem neuen Notenbankchef und Nachfolger von Jerome Powell stellen.
Trump drängt auf niedrigere Zinsen, um insbesondere den Wohnungsmarkt anzukurbeln. Damit will er vor den wichtigen Zwischenwahlen im kommenden Jahr Bedenken über die allgemeine Bezahlbarkeit von Wohnraum begegnen. Dem Wunsch des Präsidenten stehen jedoch die Konjunkturdaten entgegen. Volkswirte erwarten kommendes Jahr robustes Wachstum, gestützt von hohen Konsumausgaben. Die Inflation dürfte sich bei rund drei Prozent einpendeln und damit weiter über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed liegen.