Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagForscher halten Deglobalisierung für schlechte Idee

14.07.2020, 15:25 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat vor Einkommens- und Wohlstandsverlusten im Fall einer weniger integrierten Welt gewarnt, wie dies im Zuge der Corona-Pandemie gefordert wurde. Das Institut verwies dabei auf eine aktuelle eigene Studie. "Die Globalisierung zurückzudrehen, also zum Beispiel Produktion in größerem Umfang nach Deutschland zurück zu holen, wäre keine Lösung für die aktuelle Krise", so Ifo-Außenwirtschaftsexpertin Lisandra Flach.

"Wir können zeigen, dass die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 nur marginal kleiner wären, wenn wir die Globalisierung jetzt zurückdrehen." In Deutschland hätten eine Renationalisierung und das Zurückholen der Produktion enorme negative Folgen auf die Wirtschaftskraft. "In einer Welt mit um 100 Prozentpunkte erhöhten Handelskosten zwischen allen Handelspartnern würde der Covid-19-Schock zu einer Verringerung des realen Einkommens von 7,4 Prozent führen", erklärte die Ko-Autorin der Studie, Marina Steininger.

In einer weniger integrierten Welt läge das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach den Berechnungen des Instituts bereits heute auf einem weitaus geringeren Niveau. Demnach liegt das durch Covid-19 verringerte BIP Deutschlands auf dem Niveau von 2013. In einer weniger globalisierten Welt wäre das heutige BIP-Niveau mit dem Stand von 1996 vergleichbar.

Quelle: ntv.de