Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Forscher warnen vor "Euro-Krise 2.0"

Die führenden Konjunkturforscher in Deutschland halten die finanzpolitischen Pläne der italienischen Regierung für eine Gefahr für die Stabilität der Eurozone. Wenn all das, was derzeit in Rom diskutiert auch umgesetzt werde, "würde dies die Staatsverschuldung sehr stark ansteigen lassen", sagte Ifo-Experte Timo Wollmershäuser bei der Vorstellung der gemeinsamen Prognose der Wirtschaftsforschungsinstitute.  

"Wenn ein so großes Land des Euro-Raums in eine solche Krise gerät, und die Zahlungsfähigkeit des Landes in Frage gestellt wird, dann ist die Gefahr groß, dass eine Euro-Krise 2.0 wieder ausbricht."

Die Regierung in Rom will am Abend die Ziele für den Haushalt präsentieren. Dem Vernehmen nach peilt die Koalition für 2019 ein Defizitziel von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts an. Sie hätten den parteilosen Wirtschaftsminister Giovanni Tria aufgefordert, nicht weiter auf einem Niveau von unter zwei Prozent zu bestehen.

Italiens Verschuldung summiert sich auf rund 130 Prozent der Wirtschaftsleistung und ist damit nach Griechenland die höchste in der Eurozone.

Das hat Investoren zuletzt nervös gemacht. "Wir haben derzeit Risikoaufschläge, die Italien nicht lange tragen kann", warnte der Experte des Münchner Ifo-Instituts. Kurzfristig seien die höheren Zinsen von dem Land noch zu schultern, längerfristig kaum.

Quelle: n-tv.de