Der Börsen-TagFurcht vor "perfektem Sturm" für US-KI-Werte
Einen "perfekten Sturm" für die US-Techwerte - und damit auch den Trend der Branche in Europa - befürchten Händler. Die Kombination aus steigenden Renditen bei gleichzeitig unsicher werdenden Umsätzen seien Gift für die Branche.
Nachdem im Wochenverlauf schon Oracle und Broadcom für Gewinnmitnahmen gesorgt hatten, sorgten Fermi am Freitag für Entsetzen: Dem Vermieter von KI-Datencentern sprang gleich der erste Kunde wieder ab. Die Aktien halbierten sich fast. Anleger fürchten, dies könnte sämtliche der extremen Erwartungen und Umsatzprojektionen der KI-Branche zum Einsturz bringen. Fermi waren erst im Oktober an die Börse gegangen und hatten eine Bewertung von rund 20 Milliarden Dollar erreicht, obwohl es weder Gewinn noch Umsatz gab.
Als zweiter großer Belastungsfaktor gilt der kräftige US-Renditeanstieg. Die Tech-Werte sind extrem zinssensitiv. Nach den eher nüchternen Aussagen der US-Notenbank gingen weitere Zinssenkungsaussichten zurück. Vor allem belastete dann ein stetiger Anstieg der 10-jährigen US-Renditen. Sie sprangen von Donnerstagmittag bis Freitagabend von rund 4,11 auf 4,19 Prozent. Am Montagmorgen zeigen sie sich um 4,1790 Prozent.
"Für die Wall Street hängt heute alles von Analystenkommentaren ab", sagt ein Händler: "Der US-Trend am Nachmittag hängt davon ab, wie plausibel sie Zuversicht verbreiten". Der Kursrutsch könnte für weitere Gewinnmitnahmen sorgen oder als günstige Einstiegsmöglichkeit in das KI-Thema vermarktet werden.