Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagGekauft wird alles - mit KI

13.11.2025, 06:01 Uhr

Der Dax steuert auf eine starke Gesamtwoche zu. Der deutsche Börsenleitindex beendete den gestrigen Handel zur Wochenmitte mit einem Aufschlag von 1,2 Prozent und 24.381 Punkten. Ins letzte Wochenende war er unterhalb der 24.000er-Marke gegangen. "Momentan wird alles gekauft, was im weitesten Sinne mit künstlicher Intelligenz in Verbindung steht", so ein Marktteilnehmer. Zudem sei auch ein Schwenk Richtung europäischer Börsen zu erkennen.

Infineon-Aktien gehörten gestern zu den großen Gewinnern im Dax, heute könnten es Siemens- oder Telekom-Papiere sein: Dabei legt die Quartalsbilanz der US-Mobilfunk-Tochter T-Mobile US die Latte für den Bonner Konzern höher. Analysten rechnen damit, dass die Deutsche Telekom dem Beispiel ihrer Tochter folgen und ihre Gesamtjahresziele anheben wird. Aktuell rechnet der Mutterkonzern für 2025 mit einem operativen Gewinn von mehr als 45 Milliarden Euro und einem Barmittelzufluss von mehr als 20 Milliarden Euro.

Siemens veröffentlicht seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2024/25 und legt seine "One Tech"-Strategie für die nächsten Jahre vor. Vorstandschef Roland Busch will die Kern-Sparten enger verzahnen, etwa in der Entwicklung und im Vertrieb. Auf dem Kapitalmarkttag dürfte zudem über den Rückzug bei der Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers diskutiert werden. Analysten rechnen für 2024/25 (per Ende September) mit einem Umsatzwachstum um knapp fünf Prozent auf 78,8 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn im Industriegeschäft von 11,95 Milliarden Euro.

Zudem will die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am Vormittag eine Analyse zu den Exportchancen der Wirtschaft vorstellen. Wegen der schwachen Konjunktur im Inland bauen vor allem größere Konzerne ihre Aktivitäten im Ausland aus und hoffen, dass die Ausfuhren wieder stärker anspringen. Die Analyse, die auf der Befragung von mehr als 3500 deutschen Unternehmen beruht, wird Aufschlüsse zu den Geschäftschancen in den USA und China geben. Die DIHK hatte zuletzt bereits prognostiziert, dass die Exporte 2025 noch schrumpfen dürften. 2026 soll es dann zu einem Mini-Plus von 0,5 Prozent reichen.

Gleichzeitig dürfte es nach einem Rückgang im Spätsommer mit der Industrieproduktion in der Eurozone im September wieder aufwärtsgegangen sein. Experten erwarten, dass sie um 0,7 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen ist. Im August hatten die Betriebe ihre Produktion spürbar gedrosselt. Sie fiel um 1,2 Prozent niedriger aus als im Vormonat. Es war der stärkste Rückgang seit April.

Quelle: ntv.de