Der Börsen-TagGeopolitik setzt Asien-Börsen zu
Zunehmende Spannungen im Nahen Osten drücken die asiatischen Märkte ins Minus, nachdem robuste US-Wirtschaftsdaten Wetten auf eine restriktivere Haltung der US-Notenbank Fed angeheizt hatten. Die asiatischen Aktienmärkte seien vorsichtig, da Händler ihre Erwartungen an eine geringere Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen, steigende langfristige Renditen und zunehmende geopolitische Unsicherheiten angepasst hätten, sagte Anderson Alves von ActivTrades. Die Explosion in einem Krankenhaus in Gaza-Stadt mit möglicherweis hunderten Toten erschwerte die Bemühungen um eine Eindämmung des Konflikts in Israel.
Der Nikkei verliert im Verlauf 1,9 Prozent auf 31.447 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gjbt 1,5 Prozent auf 2262 Zähler nach. Deutlich unterdurchschnittlich entwickelen sich Aktien aus der Chipindustrie, nachdem Händler auf US-Konkurrenten umgeschichtet hatten, da der Anstieg der langfristigen Treasury-Renditen auf den höchsten Stand seit 16 Jahren die sogenannten Wachstumswerte belastete. Der Chipausrüster Tokyo Electron fällt um 4,7 Prozent und war damit der größte Verlierer im Nikkei. Zu den Gewinnern zählten der Kosmetikhersteller Kao und der Kamera- und Druckerhersteller Canon, die jeweils 1,1 Prozent zulegen und damit die Spitzenreiter im Nikkei sind.
Der Shanghai Composite verliert 1,2 Prozent. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gibt 1,6 Prozent ab. Sorgen um den chinesischen Immobiliensektor bremsen den Aufschwung an den Märkten nach den jüngsten Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaft und verunsichern die Anleger: Chinas größter privater Immobilienentwickler Country Garden sollte am Mittwoch eine Kuponzahlung in Höhe von 15 Millionen Dollar für eine im September 2025 fällige Anleihe leisten, aber zwei Anleihegläubiger sagten, sie hätten die Zahlung noch nicht erhalten. Sollte die Zahlung ausbleiben, droht dem Immobilienentwickler die Insolvenz. "Solche Unsicherheiten könnten zu einer defensiven Haltung bei der Nachfrage nach kurzfristigen Risikopapieren in Asien führen, zumal Beobachter die möglichen Auswirkungen genau im Auge behalten", so Alves.