Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagGibt der DAX den Bärenmarkt-Killer?

17.10.2022, 06:24 Uhr

Rezessionsgefahr hin, Ukraine-Krieg her: Zum Ende der vergangenen Handelswoche konnte der DAX noch einmal deutliche Gewinne verbuchen: Am Donnerstag 1,5 Prozent, am Freitag 0,8 Prozent. Das macht Hoffnung, denn trotz zahlreicher Belastungsfaktoren müssen Anleger Experten zufolge die Hoffnung auf eine Jahresendrally nicht aufgeben. "Der Oktober ist bekannt als 'Bärenmarkt-Killer'", sagt Finanzmarkt-Experte Christoph Mertens von der Fürst Fugger Privatbank. In den vergangenen 60 Jahren hätten allein in diesem Monat zwölf Kursabschwünge ihr Ende gefunden. Am Freitag schloss der DAX mit 12.238 Zählern. Das Tagestief hatte allerdings bei 12.396 Stellen und damit deutlich niedriger gelegen. Die Wall Street wies zudem klare Abschläge auf. Aktuell wird der deutsche Börsenleitindex mit Kursen um 12.235 Zähler taxiert.

Rückenwind für den Dax verspricht sich Mertens vor allem von der Wall Street. Sie lege in Jahren mit "Mid-Term Elections" - Kongresswahlen in der Mitte einer Amtsperiode der US-Präsidenten - im November überdurchschnittlich zu. Den Höhepunkt einer Jahresendrally erwartet er rund um Weihnachten.

Eckhard Schulte, Chef des Vermögensverwalters MainSky, sieht das Ende der jüngsten Talfahrt nahen. "Ungeachtet der Tatsache, dass die Zentralbanken im Spätherbst die Zinsen noch einmal erhöhen werden, erwarten wir eine 'Entschleunigung' im Zinserhöhungsprozess im vierten Quartal." Eine Rezession abwenden könne diese Trendwende wohl nicht. Aber sie eröffne die Chance, dass der Abschwung vor allem in den USA nicht allzu drastisch ausfalle. In Europa drohe wegen des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise dagegen eine tiefe Rezession. In Kombination mit einem Rückgang der Inflation sei dann aber ein Ende der Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) zu erwarten.

Von der Terminlage betrachtet, warten in der heute beginnenden Handelswoche gleich mehrere Konjunkturhighlights: am Dienstag hierzulande etwa der ZEW-Index, am Mittwoch in den USA das Beige Book und am Donnerstag dann ebenfalls aus den USA die Frühindikatoren. Zum Start in die neue Woche geht es dagegen zurückhaltender zu: Aus den USA kommen Daten zum Empire State Manufacturing Index. Dazu öffnet die Bank of America ihre Bücher und nach US-Börsenschluss gibt auch Rio Tinto frische Geschäftszahlen bekannt.