Der Börsen-Tag"Gollum" muss 200.000 Euro Strafe zahlen

Erinnern Sie sich noch an den Libor-Skandal? Diese größte Finanzmarktmanipulation aller Zeiten ist schon 2011 aufgeflogen: Um ihre Profite zu vergrößern haben Händler der großen Investmentbanken über Jahre die wichtigsten Zinssätze der Welt manipuliert, von denen Kreditverträge in Billionenhöhe auf dem ganzen Globus abhängen. Deutsche Bank, Barclays, UBS & Co. haben bereits Milliarden für den Betrug gezahlt.
Gerichte und Aufseher arbeiten seit Jahren daran, auch die verantwortlichen Händler zur Verantwortung zu ziehen. Der Hauptverdächtige Tom Hayes, ein früherer UBS-Trader, wurde schon 2015 als erster zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt. Auch einige seiner Barclays-Kollegen haben bereits mehrjährige Haftstrafen kassiert.
Daran gemessen ist Guillaume Adolph, ein früherer Zins-Händler der Deutschen Bank, nun vergleichsweise glimpflich davongekommen: Die britische Finanzaufsicht FCA hat Adolph, dem Hayes den Spitznamen "Gollum" verpasste, eine Strafe von 180.000 Pfund (200.000 Euro) aufgebrummt. Zudem erteilte sie Adolph Berufsverbot. Sein Fehlverhalten habe "die Integrität wichtiger Richtgrößen bedroht", heißt es in einer Mitteilung der FCA. "Er sollte keine weitere Rolle in der Finanzindustrie haben."