Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagGroße Sorge um Italiens Wirtschaft - Angst vor neuer Bankenkrise

12.03.2020, 13:34 Uhr
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Leere Galleria Vittorio Emanuele II. in Mailand. (Foto: dpa)

Die massiven Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie schüren die Sorge um die italienische Wirtschaft - und vor möglichen Ansteckungsgefahren auch für das Finanzsystem. Der Ökonom Jens Südekum vom Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie hält deshalb EU-Hilfen für Italien für unabdingbar: "Da muss dringend gesamteuropäisch geholfen werden", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Einerseits müsse sich die EZB darum kümmern, dass die italienischen Banken nicht in Bedrängnis gerieten, forderte der Wirtschaftswissenschaftler. Andererseits müsse der italienische Staat zur Not auch mehr Schulden aufnehmen, um die Unternehmen im Land zu stützen. "Die Situation dort macht mir große Sorgen", sagte Südekum. Er warnte in der Zeitung vor der ökonomischen Gefahr, die von Italien für Europa ausgehe: "Das Land hat viele Probleme gleichzeitig: Es ist massiv überschuldet und hat seit Jahren das mit Abstand schwächste Wachstum in Europa."

Derweil kehren Investoren den italienischen Staatsanleihen den Rücken. Die Rendite der zehnjährigen Bonds stieg im Gegenzug bis auf 1,380 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als gestern.