Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagHexensabbat zum Kurseinbruch - das wird für den DAX heute wichtig

16.12.2022, 06:24 Uhr

Die Ankündigung weiterer Zinserhöhungen durch die großen Noten- und Zentralbanken haben den Aktienmärkten vorweihnachtlich den Zahn gezogen. Der DAX gab im Donnerstagsgeschäft mehr als 470 Punkte oder 3,3 Prozent nach, schloss sogar unter der 14.000er-Marke. Und auch an der Wall Street waren die Kurse abgerutscht. Sowohl die US-Notenbank Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank hatten nach ihren jüngsten Zinsanhebungen um jeweils 50 Basispunkte weitere Erhöhungen signalisiert.

"Die wichtigste Botschaft des Fed-Chefs Jerome Powell war, dass die Fed trotz der Anzeichen für eine Abschwächung der Inflation und der drohenden Rezessionsrisiken nicht die Absicht hat, einen Kurswechsel vorzunehmen", sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. "Es geht darum, dass der EZB-Rat jetzt durch eine kontinuierliche weitere Straffung verloren gegangene Glaubwürdigkeit zurückgewinnt", sagte Volkswirt Friedrich Heinemann vom ZEW-Institut. Die Notenbank dürfe bei der Straffung der Geldpolitik nicht zögern.

Aktuell wird der DAX mit Kursen um 14.020 Punkte wieder oberhalb der 14.000er-Marke taxiert. Allerdings könnte zum Wochenschluss ein ähnlich turbulenter Handel wie am Donnerstag bevorstehen, denn es gibt noch einmal gleich mehrere wichtige Termine: Neben zahlreichen Einkaufsmanager-Daten für das verarbeitende und das nicht-verarbeitende Gewerbe – etwa aus Deutschland, der EU, Frankreich, Großbritannien und den USA - steht am Morgen bereits die halbjährliche gesamtwirtschaftliche Prognose für Deutschland der Bundesbank auf der Konjunkturagenda. Wichtiger dürften am Vormittag aber die EU-Verbraucherpreise sein.

Unternehmensseitig blicken Investoren zum Wochenschluss nach Wolfsburg und auf den VW-Konzern. In einer außerordentlichen Hauptversammlung wird über die Zahlung einer Sonderdividende im Zuge des Börsengangs der Porsche AG entschieden. Gleichzeitig ist noch Großer Verfallstag an den Börsen. Beim sogenannten Hexensabbat verfallen Aktienindex-Optionen und -Futures.