Der Börsen-TagHoffnung auf Entspannung in Nahost drückt Anleiherenditen
Die Hoffnung auf eine Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sorgt für Entspannung am europäischen Anleihemarkt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Referenzwert für den Währungsraum gilt, fällt neun Basispunkte auf 2,9831 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 8. April. Für steigende Kurse am Anleihemarkt sorgte der Rückgang beim Ölpreis um rund sechs Prozent. Dies schürte Hoffnungen auf eine lockerere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).
Experten zeigen sich jedoch skeptisch. "Es ist unklar, ob bis Mitte Juni genügend Klarheit über ein mögliches US-Iran-Abkommen herrschen wird, um auf eine Zinserhöhung zu verzichten", sagte Benjamin Schroeder, Zinsstratege bei der ING. Laut Bob Savage von der Bank of New York Mellon "ist die Frage für Anleger, was die Anleiherenditen über den Ölpreis hinaus antreibt". Dazu gehöre unter anderem die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und die Frage, ob das Wachstum ausreiche, um die Schuldenlast zu bewältigen.