Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagIfo-Chef fordert Nachtragshaushalt statt neue Schulden

25.11.2020, 11:02 Uhr

Der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, hat die geplante deutliche Erhöhung der Neuverschuldung im kommenden Jahr kritisiert. "Die Ausdehnung der Neuverschuldung halte ich nicht für sinnvoll. Sie lädt dazu ein, Ausgaben zu erhöhen, auch wenn diese Ausgaben nicht erforderlich sind", sagte Fuest der "Rheinischen Post". "Gerade in einem Wahljahr ist das bedenklich."

Die Koalition solle lieber abwarten, wie sich Ausgaben und Einnahmen entwickeln, und dann einen Nachtragshaushalt 2021 verabschieden, riet Fuest. "Gleichzeitig wäre es wünschenswert, Ausgaben und Steuersubventionen im Hinblick auf Kürzungsmöglichkeiten zu prüfen und vor allem das Ausgabenwachstum zu begrenzen", betonte der Ökonom.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will die Neuverschuldung 2021 laut Berichten auf rund 160 Milliarden Euro anheben. Bisher sieht der Etatentwurf 96,2 Milliarden Euro an neuen Schulden vor, nach 218,5 Milliarden 2020.