Der Börsen-TagIfo-Experten rechnen mit Mini-Rezession
Mini-Minus statt rauer Rezession: Der befürchtete Einbruch wegen Energiekrise, Materialmangel und hoher Inflation bleibt der deutsche Wirtschaft nach Prognose des Ifo-Instituts im kommenden Jahr erspart. Das Bruttoinlandsprodukt werde lediglich um 0,1 Prozent sinken, sagen die Forscher in ihrem Ausblick voraus. Im September hatten sie noch einen Rückgang von 0,3 Prozent vorausgesagt. "Die erwartete Winterrezession wird milder ausfallen als bislang angenommen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmerhäuser. "In den beiden Quartalen des Winterhalbjahres 2022/23 schrumpft das Bruttoinlandsprodukt zwar, aber danach geht es wieder aufwärts."
Für das zu Ende gehende Jahr erhöhte das Ifo seine Wachstumsprognose von 1,6 auf 1,8 Prozent. "Insbesondere das dritte Quartal 2022 war mit plus 0,4 Prozent viel besser als gedacht", erläuterte Wollmershäuser. 2024 soll das Plus dann mit 1,6 Prozent ähnlich hoch ausfallen.
Ein wenig Entwarnung geben die Ökonomen bei der Inflation: Die Verbraucherpreise dürften 2023 mit 6,4 Prozent nicht nur langsamer steigen als im zu Ende gehenden Jahr mit 7,8 Prozent, sondern auch weit geringer als bislang mit 9,3 Prozent geschätzt. "Beide Zahlen sind deutlich niedriger als noch im Herbst angenommen, weil sie nun die Strom- und Gaspreisbremse berücksichtigen", hieß es zu Begründung. Mit der staatlichen Hilfe werden Haushalte entlastet von den infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine stark gestiegenen Energiekosten. 2024 soll die Teuerungsrate dann auf 2,8 Prozent fallen.