Der Börsen-TagImpfstoff-Freude ja, Euphorie nein: Asiens Börsen uneinheitlich
Die ermutigenden Studienergebnisse zu einem Corona-Impfstoff lassen auch die asiatischen Anleger aufatmen. Allerdings machte sich in Fernost am Dienstag nicht die gleiche Euphorie wie in Europa und den USA breit. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei 0,3 Prozent fester aus dem Handel bei 24.905,59 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise 1,1 Prozent im Plus gelegen hatte. Börsianer verwiesen darauf, dass der Impfstoffkandidat von Biontech und Pfizer sich in der Studie zwar als wirksam zeige, dass es aber immer noch länger dauern dürfte, bis das Mittel zugelassen und vor allem in ausreichender Menge produziert und verabreicht wird.
"Der Markt freut sich auf eine nachhaltige Lösung für die Pandemie und deswegen hatten wir eine so deutliche Kursreaktion", sagte Tai Hui, Chefstratege für Asien bei JP Morgan Asset Management. Es seien aber weitere Tests nötig, der Zulassungsprozess dauere, ebenso wie Produktion und Verteilung. "Das heißt, dass der Impfstoff, auch wenn er wirklich wirksam ist, noch Monate von einem massenhaften Einsatz entfernt ist."
In China gaben die Kurse dagegen nach. Analysten verwiesen darauf, dass die Barometer stark von der Kursentwicklung bei Techwerten abhängig sind. Diese gehörten zu den Profiteuren der Corona-Krise, weil die Verbraucher in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Quarantäne auf die digitalen Dienstleister angewiesen sind. Sind die Restriktionen aufgehoben, dürfte sich das wieder ein Stück weit ändern. Gefragt waren in Fernost dagegen vor allem Fluggesellschaften, Hotels und andere Reisewerte. "Keine Überraschung, aber wir sehen eine Rotation ... was in den vergangenen acht Monaten gekauft wurde, wird jetzt verkauft und umgekehrt", sagte Citigroup-Expertin Elizabeth Tian.