Der Börsen-TagIndustrieaufträge brechen ein
Die Aufträge der deutschen Industrie sind im April fast doppelt so stark eingebrochen wie erwartet. Das Neugeschäft fiel um 3,8 Prozent geringer aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dafür sorgte die schwächere Nachfrage aus den Euro-Ländern und in wichtigen Branchen wie dem Auto- und Maschinenbau. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gerechnet, nachdem es im März einen Zuwachs von revidiert 4,5 Prozent gegeben hatte.
"Der Nahost-Krieg fordert seinen Tribut", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Der Einbruch sei zwar vor allem eine Gegenbewegung zum starken Anstieg im März, als im ersten Monat des Nahost-Kriegs viele Unternehmen Bestellungen aus Angst vor kriegsbedingten Lieferproblemen vorgezogen hatten. Der Einbruch von Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklima lasse aber keine baldige Erholung erwarten. "Vielmehr dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal etwas schrumpfen", sagte Krämer.