Der Börsen-TagInflationsdruck ist wieder Thema
Zur Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Aktuell wird der Dax mit 13.821 Punkten 0,2 Prozent schwächer taxiert.
Am Mittwoch hatte er dank Hoffnungen auf eine Waffenruhe in der Ukraine 7,8 Prozent auf 13.847 Punkte zugelegt, so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. Auch an der Wall Street nutzten die Investoren die jüngsten Kursverluste zum Wiedereinstieg. Börsianer verfolgten das geplante Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine genau, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. Wenn sich die Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Krieges nicht erfüllten, würden sich die jüngsten Kursgewinne schnell wieder in Luft auflösen. Der ukrainische Außenminister dämpfte bereits die Erwartungen an die Gespräche. In diesem Zusammenhang richteten Investoren ihre Aufmerksamkeit auch auf den EU-Gipfel. Marktgerüchten zufolge könnten die Staats- und Regierungschefs ein Konjunkturpaket schnüren, um die wirtschaftlichen Folgen der westlichen Sanktionen gegen Russland abzufedern. Auch die geldpolitischen Beratungen der EZB stehen ganz im Zeichen des Ukraine-Konflikts.
Die Währungshüter würden voraussichtlich die Füße stillhalten, sagte Anlagestratege Francois Rimeu vom Vermögensverwalter La Francaise. "Die Lage ist zu unsicher, und die negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum lassen sich derzeit nicht abschätzen. Das Gleiche gilt für die mittelfristigen Inflationserwartungen." Da eine Zinserhöhung der Notebank Fed in der kommenden Woche als ausgemacht gilt, spielen die anstehenden US-Inflationsdaten nur eine untergeordnete Rolle. Experten rechnen mit einer Teuerung von 7,9 Prozent im Jahresvergleich. Das ist der höchste Stand seit 40 Jahren.