Der Börsen-TagInflationssorgen lassen Anleger nicht los
Nach den jüngsten Kursgewinnen gehen einige europäische Aktienanleger auf Nummer sicher und machen Kasse. Weder starke Konjunkturdaten noch beruhigende Worte des US-Notenbankchefs Jerome Powell brachten sie davon ab. Dax und EuroStoxx50 verlieren jeweils etwa ein knappes halbes Prozent auf 15.588 beziehungsweise 4104 Punkte.
"Konjunktur-Daten spielen keine Rolle", sagt Aktienhändler Keith Temperton vom Brokerhaus Forte Securities. "Die einzigen Daten, die wichtig sind, sind die zur Inflation. Es geht nur darum, dass die Zentralbanken den Zuckerrausch am Markt füttern, und das wird nicht so schnell enden, denn wenn es das tut, wird alles zusammenbrechen."
In diesem Zusammenhang erweist sich die kraftvolle Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Coronavirus-Pandemie als zweischneidiges Schwert. So brummt die Konjunktur in Deutschland und der gesamten Eurozone zwar so stark wie seit vielen Jahren nicht. Da viele Unternehmen aber Schwierigkeiten hätten, die Nachfrage zu bedienen, sei ein wachsender Preisdruck unvermeidlich, warnt Chris Williamson, Chefökonom des Datenanbieters Markit.