Der Börsen-TagIst die DAX-Konsolidierung in vollem Gange?
Dem DAX steht eine weitere Verlustwoche ins Haus. Im Donnerstagsgeschäft war der deutsche Börsenleitindex 1,0 Prozent abgerutscht, sodass er momentan bei 17.917 Punkten liegt. Zur Wochenmitte hatte er noch kurz über die 18.200er-Marke geschaut. Störfeuer kamen von US-Konjunkturdaten, an der Wall Street fielen die Kurse. Die Vorgaben für den letzten Handelstag der Woche lassen auf weitere Abgaben hierzulande schließen.
Für einen Freitag ist noch einmal einiges los. Am Morgen richtet sich das Augenmerk der Anleger zunächst Richtung Japan. Die dortige Notenbank berät über den Leitzins. Sie hatte ihn im März erstmals seit 17 Jahren angehoben. Die Tokioter Währungshüter machten Schluss mit einer Strafgebühr von 0,1 Prozent auf Überschussreserven, die Banken bei ihr horten. Der Leitzins ist nun der Tagesgeldsatz, der in einer Spanne von null bis 0,1 Prozent gehalten werden soll. Die Notenbank wird auch aktualisierte Wachstums- und Inflationsprognosen vorlegen. Investoren hoffen auf Hinweise auf den weiteren Zinspfad. Laut Zentralbankchef Kazuo Ueda kann die Schwäche des Yen an sich keine weitere Zinserhöhung begründen.
Am frühen Nachmittag veröffentlicht dann das US-Handelsministerium die Daten zu den Konsumausgaben der Verbraucher im März. Experten erwarten ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der private Konsum ist ein Tragpfeiler der US-Wirtschaft, die zuletzt angesichts anhaltend hoher Leitzinsen nicht mehr so stark wuchs wie vor der Jahreswende. Zugleich ist die Inflation noch nicht unter Kontrolle. Ein Inflationsmaß, das die Zentralbank besonders beachtet, bilden die persönlichen Ausgaben der Konsumenten. Die anstehenden Daten dürften zeigen, dass der Inflationsdruck weiter hoch bleibt, was gegen eine baldige Zinswende spricht.
Unternehmensseitig stehen dagegen zwei DAX-Werte im Fokus: Bayer-Vorstandschef Bill Anderson muss erstmals auf der Hauptversammlung des Pharma- und Agrarkonzerns Rechenschaft ablegen. Seit Juni vergangenen Jahres steht er an der Spitze des Unternehmens, die Erwartungen zu seinem Amtsantritt waren hoch. Anderson muss den Konzern, der vor einem hohen Schuldenberg und einem Verlust von fast drei Milliarden Euro im vergangenen Jahr steht, aus einer tiefen Krise führen. Zuletzt hatte er zum Kapitalmarkttag im März gesagt, dass er derzeit keine Aufspaltung des Konzerns – wie von manchen Investoren gefordert – plant. Er wolle aber für alles offenbleiben. Offen ist auch noch, wie viele Stellen dem neuen Organisationsmodell von Anderson zum Opfer fallen werden. Bisher ist nur bekannt, dass es mit einem erheblichen Personalabbau - zulasten vieler Führungskräfte - verbunden ist.
Zudem gibt es Zahlen der Porsche AG. Wegen eines schwachen China-Geschäfts und Modellwechseln erwarten Analysten bei dem Autobauer im ersten Quartal einen Gewinneinbruch. Für das Betriebsergebnis (EBIT) prognostizieren sie im Schnitt einen Rückgang um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,27 Milliarden Euro. Die Rendite würde damit knapp unter die für 2024 in Aussicht gestellte Spanne von 15 bis 17 Prozent rutschen.
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