Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagJapanische Investoren verklagen die Schweiz

04.12.2025, 09:33 Uhr

Eine Gruppe japanischer Investoren hat die Schweiz wegen der Abschreibung von Anleihen der Krisenbank Credit Suisse verklagt. Die 184 Anleger reichten eine Schiedsgerichtsklage beim Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) ein, wie die sie vertretende Anwaltskanzlei Drew & Napier mitteilte. Das ICSID ist eine zur Weltbank-Gruppe gehörende Einrichtung. Die Investoren werfen der Schweiz vor, mit der staatlich angeordneten Abschreibung gegen das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Schweiz verstoßen zu haben. Sie seien unfair und willkürlich behandelt und faktisch enteignet worden, hieß es.

Im Zuge der Notübernahme der Credit Suisse durch die Konkurrentin UBS im März 2023 hatte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma sogenannte AT1-Anleihen im Wert von rund 16,5 Milliarden Franken für wertlos erklärt. Der Schritt erleichterte der UBS den Zukauf. Die Maßnahme war höchst umstritten, da die Anleihegläubiger ihren gesamten Einsatz verloren, während die Aktionäre der Credit Suisse, die in der Rangfolge eigentlich nach den Anleihegläubigern stehen, im Rahmen der Übernahme Aktien der UBS erhielten. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht hatte den Schritt im Oktober für rechtswidrig erklärt.

Quelle: ntv.de