Der Börsen-TagKI-Euphorie ist zurück
Die Hoffnungen auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie ein anhaltender KI-Boom treiben die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart an. Der Nikkei steigt um 1,4 Prozent auf 72.247,21 Punkte und überspringt damit erstmals die Marke von 72.000 Zählern. Zuvor hatte er ein Rekordhoch von 72.269,64 Punkten erreicht. Der breiter gefasste Topix gewinnt 1,1 Prozent auf 4089,59 Zähler. Auch in Südkorea geht es bergauf: Der Kospi legt dank einer starken Nachfrage nach Halbleiterwerten um 2,6 Prozent zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verbucht ein Plus von 1,0 Prozent. Die chinesischen Blue Chips treten dagegen auf der Stelle.
In Tokio überwiegt die Euphorie über Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) die geopolitische Unsicherheit. "KI-bezogene Unternehmen spielen wieder einmal eine führende Rolle bei der Marktentwicklung", sagt Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities. "Eine hohe Wachsamkeit hinsichtlich der Entwicklungen im Iran und im Nahen Osten dürfte jedoch anhalten." Zu den größten Gewinnern zählen J.Front Retailing mit einem Kurssprung von 16,2 Prozent nach dem Einstieg eines aktivistischen Investors. Auch der Roboterbauer Fanuc und Yaskawa Electric legen um rund acht beziehungsweise neun Prozent zu.
In China hält die Zentralbank unterdessen die Füße still und belässt die Leitzinsen den 13. Monat in Folge unverändert. Der einjährige Referenzzins (LPR) verharrt bei 3,00 Prozent, der fünfjährige bei 3,50 Prozent. Dies signalisiert, dass die Währungshüter trotz der anhaltenden Immobilienkrise keine Eile haben, die Geldpolitik weiter zu lockern. "Das hartnäckige Problem der Gesamtwirtschaft ist nicht ein Mangel an Liquidität, sondern eine fehlende Kreditnachfrage", erklärt Jing Sima, Chefstratege bei BCA Research. Die Regierung setze offenbar eher auf fiskalische Unterstützung in der zweiten Jahreshälfte als auf direkte Zinssenkungen.