Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagKapital als Waffe im Handelskrieg? 

19.01.2026, 06:52 Uhr

US-Präsident Donald Trumps Drohung mit neuen Zöllen im Streit um Grönland sorgt an den asiatischen Börsen für ein uneinheitliches Bild. Führende Staaten der Europäischen Union bezeichneten die Zolldrohungen als Erpressung. Analysten der Deutschen Bank verweisen darauf, dass europäische Länder US-Anleihen und -Aktien im Wert von acht Billionen Dollar hielten. Dies sei fast doppelt so viel wie der Rest der Welt zusammen. Sie könnten erwägen, einen Teil dieses Geldes abzuziehen. "Angesichts des auf einem Rekordtief liegenden Nettoauslandsvermögens der USA war die gegenseitige Abhängigkeit der europäischen und US-amerikanischen Finanzmärkte noch nie so hoch", sage George Saravelos, globaler Leiter der Devisenanalyse bei der Deutschen Bank. "Kapital als Waffe einzusetzen, wäre für die Märkte weitaus schädlicher als Handelsstreitigkeiten." Die Spannungen dürften auch das bevorstehende Weltwirtschaftsforum in Davos prägen, zu dem eine große US-Delegation unter Führung von Trump erwartet wird.

In Tokio gibt der Nikkei-Index 0,9 Prozent auf 53.467,03 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notiert 0,4 Prozent niedriger bei 3644,85 Zählern. Der Shanghai Composite gewinnt hingegen 0,1 Prozent auf 4107,18 Stellen, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 0,2 Prozent auf 4721,07 Punkte fällt.

Der Blick der Anleger richtet sich zudem auf Japan und die dortige Geldpolitik. Am Freitag tagt die japanische Notenbank. Zwar wird keine sofortige Zinserhöhung erwartet, doch könnten die Währungshüter eine Straffung für April in Aussicht stellen. Diese Aussicht stützt den Yen und setzt im Gegenzug den Dollar unter Druck. Für zusätzliche Unsicherheit sorgt die innenpolitische Lage: Es wird erwartet, dass Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in Kürze das Parlament auflöst, um den Weg für Neuwahlen im Februar freizumachen.

Quelle: ntv.de