Der Börsen-TagKein Pardon für Ex-Nissan-Chef: Ghosn bleibt in Haft

Der frühere Verwaltungsratschef von Nissan, Carlos Ghosn, muss mindestens bis zum 20. Dezember in japanischer Untersuchungshaft bleiben. Das beschloss heute ein Gericht in Tokio. Es gibt neue Anschuldigungen, die die Staatsanwaltschaft am Vortag erhoben hat:
Demnach war Ghosns Einkommen für die Jahre 2016 bis 2018 in den vorgeschriebenen Offenlegungsberichten um 4,2 Milliarden Yen (33 Mio. Euro) zu niedrig angegeben. Ghosns Anwalt erhob laut japanischen Medien Einspruch dagegen.
Die Haftverlängerung erfolgt einen Tag, nachdem die Staatsanwaltschaft Klage gegen Ghosn, seine frühere rechte Hand Greg Kelly sowie gegen Nissan selbst erhoben hatte.
Ghosn und Kelly waren am 19. November festgenommen worden. Sie sollen gegen japanische Börsenauflagen verstoßen haben, indem zwischen 2011 und 2015 nur die Hälfte von Ghosns Einkommens von insgesamt zehn Milliarden Yen ausgewiesen worden sei.
Ein Termin für einen Prozess wurde wie in Japan üblich noch nicht festgesetzt. Die Staatsanwaltschaft kann weitere Anschuldigungen erheben, um die Untersuchungshaft weiter zu verlängern. Wann die Männer freikommen, bleibt ungewiss.
Ghosn ist immer noch offiziell Vorsitzender des Verwaltungsrats von Renault.
Hier ein Interview mit Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer zu den weiteren Aussichten für das Renault-Nissan-Bündnis.
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