Der Börsen-TagKeine Zinssenkungen 2024? Börsen verlieren auf breiter Front
An den asiatischen und australischen Börsen geht es auf breiter Front gen Süden. Dem HSI in Hongkong droht der schwärzeste Tag seit zwei Monaten. Händler sprechen von einer deutlich gesunkenen Risikoneigung, abzulesen am Anstieg des US-Dollar. Es werde immer deutlicher, dass die Hoffnung auf sinkende Zinsen ein Trugschluss sein könnte. Sowohl aus dem Kreise der EZB als auch dem der US-Notenbank seien zuletzt unmissverständliche Warnungen gekommen, dass mit baldigen Zinssenkungen nicht zu rechnen sei, heißt es.
Einige Börsianer beginnen bereits zu zweifeln, ob die Fed in den USA 2024 überhaupt die Zinsen senken werde. Untermauert wird die Zinsangst an den Börsen von dem Umstand, dass auch die chinesische Zentralbank am Montag entgegen der Markterwartung die Zinsen nicht reduziert hatte. Dazu gesellt sich die immer gefährlichere Situation im Roten Meer und die drohende Eskalation des Nahostkrieges mit einer direkten Konfrontation des Iran. "Die Spannungen im Nahen Osten und am Roten Meer sind eskaliert", stellt Devisenanalyst Michael Wan von MUFG Bank fest.
In Tokio fällt der Nikkei 0,7 Prozent auf 35.648 Punkte. In China verliert der Composite 0,6 Prozent, in Hongkong, der HSI 1,8 Prozent. Der Fokus liege auf den anstehenden BIP-Daten in dieser Woche, heißt es. Diese könnten die konjunkturelle Schwäche des Landes offenbaren. In Hongkong präsentieren sich Immobilienwerte schwach. Angesichts des anhaltenden Abschwungs im Immobiliensektor haben Unternehmen für Dezember und 2023 schwächere Vertragsabschlüsse gemeldet. Der Immobilienindex büßt 3,2 Prozent ein, Longfor fallen um 7,1, Yuexiu Property um 6,6 und Country Garden Holdings bzw. Country Garden Services um 5,6 und 5 Prozent.