Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagKocht die Krisenstimmung wieder hoch?

03.04.2023, 06:30 Uhr
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Die Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften mit gemischten Gefühlen in das neue Quartal starten. Nach dem Bankenbeben wird die Stimmung in der Woche vor Ostern davon abhängen, ob weitere Hiobsbotschaften aus dem Sektor ausbleiben. Zuletzt kehrte das durch den Kollaps der Silicon Valley Bank und die Notübernahme der Credit Suisse erschütterte Vertrauen der Anleger wieder langsam zurück: in der alten Woche erholten sich die Bankenaktien von ihren Abstürzen.

Der DAX hatte die komplette Vorwoche über Gewinne eingefahren: Am Freitag 0,7 Prozent, in der Woche mehr als 4 Prozent und auch auf Monatssicht stand ein Plus. Ins Wochenende war der deutsche Leitindex dann mit 15.629 Punkten gegangen. Aktuell wird er sogar über der 15.700er-Marke taxiert, was darauf hindeutet, dass der DAX bereits zum Start ins Montagsgeschäft ein neues Jahreshoch aufstellen könnte. Positive Vorgaben vonseiten der Wall Street stützen.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Markt sich erst einmal eine Pause gönne, bevor dann die Reise weiter nach oben gehe und die Bankenkrise endgültig abgehakt werden könne, prognostiziert Jürgen Molnar von Robomarkets. Doch die Krisenstimmung könnte auch genauso schnell wieder hochkochen, sind sich die meisten Marktteilnehmer einig. Dass es sich bei den strauchelnden Banken in den USA und Europa wirklich nur um Einzelfälle handelt und der Sektor im Großen und Ganzen doch gut dastehe, sei nicht gesichert, sagt Helaba-Stratege Christian Apelt. "Auch in der Vergangenheit begannen Finanzkrisen mit Einzelfällen und die Situation entspannte sich zeitweise wieder." Den Börsen droht vor allem dann ein Rückfall, wenn die Zentralbanken, insbesondere die Fed, die Anleger enttäuschen sollten.

Der Start in die Karwoche verläuft ruhig: Einen Blick sollten Anleger aber auf die Einkaufsmanagerindizes zum verarbeitenden Gewerbe in der zweiten Veröffentlichung werfen. Entsprechende Daten werden aus Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, der EU und den USA veröffentlicht. Jenseits des Atlantiks steht zudem der ISM-Index sowie Zahlen zu den Bauausgaben auf der Agenda.

Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden sie hier.

Quelle: ntv.de