Der Börsen-TagKonsumklima vor Weihnachten noch schlechter als befürchtet
Ausgerechnet mitten im Weihnachtsgeschäft trübt sich die Kauflaune der Deutschen überraschend stark ein. Das Barometer für das Konsumklima im Dezember sank auf minus 23,3 Punkte von revidiert minus 18,4 Zählern im Vormonat und damit auf den tiefsten Stand seit Mai, wie die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) mitteilten.
Die Forschenden prognostizieren anhand einer Umfrage vom November unter rund 2000 Verbrauchern die Konsumstimmung für den Folgemonat. Die Menschen schätzen die Konjunktur sowie ihre künftigen Finanzen skeptischer ein und sind weniger bereit für größere Einkäufe. Stattdessen steigt die Sparneigung deutlich, und die Konsumenten legen wieder mehr Geld auf die hohe Kante. "Die letzten Wochen des Jahres enden mit einem deutlichen Rückschlag beim Konsumklima", sagte NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. Zudem sorgten sich die Menschen wieder mehr um den eigenen Arbeitsplatz. Gründe dafür seien der aus der Industrie gemeldete Stellenabbau und das Verlagern von Produktion ins Ausland.
Der Einzelhandelsverband HDE rechnet im laufenden Weihnachtsgeschäft nur mit stagnierenden Umsätzen, da das Konsumklima nicht stabil sei. "Größere Ausschläge nach oben werden demnach ausbleiben", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Auch für den aus den USA bekannten Aktionstag Black Friday erwartet der Verband nur Umsätze auf Vorjahresniveau. Am Freitag nach dem US-Feiertag Thanksgiving lockt der Einzelhandel traditionell mit großen Rabatten. Wie aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervorgeht, planen Shopper im Schnitt für 282 Euro einzukaufen. "Männer greifen zum Black Friday mit durchschnittlich 324 Euro tiefer in die Tasche als Frauen mit 237 Euro." Demnach kennen 98 Prozent der Deutschen den Black Friday. Rund 59 Prozent wollen ihn dieses Jahr nutzen und das vor allem online.