Der Börsen-TagKrisen-Vorbeben? Fed bekommt US-Geldmarkt kaum in den Griff
Ist es nur ein technisches, formales Problem oder das erste Vorbeben einer neuen Finanzkrise? Die Experten sind sich uneins. Aber auch am vierten Tag in Folge muss die New Yorker Fed wieder ein massives Repo-Geschäft abwickeln. Die Lage scheint sich noch nicht zu normalisieren. Die US-Zentralbank führte weitere 75 Milliarden Dollar an Repos durch und kaufte vorübergehend Wertpapiere von Wall-Street-Banken, um Liquidität in das System zu bringen. Die Nachfrage der Banken betrug 75,55 Milliarden Dollar. n
Am Dienstag hatte die Fed zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt ein solches Repo-Geschäft durchgeführt, dem am Mittwoch und Donnerstag ein zweites und drittes folgten. Anfang dieser Woche waren die Zinsen am Geldmarkt extrem stark gestiegen. Das weckte die Sorge, dass die Zentralbank Gefahr läuft, die Kontrolle über ihren Leitzins zu verlieren. Hier finden Sie eine gute, kurzgefasste Erklärung, was das bedeuten könnte.
Zuletzt waren diese Interbanken-Zinsen vor der großen Finanzkrise vor gut zehn Jahren in die Höhe geschnellt. Die Situation war damals so weit eskaliert, dass Banken sich gegenseitig praktisch gar kein Geld mehr liehen und das gesamte Finanzsystem am Rand des Zusammenbruchs stand.