Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagKrypto-Wahn und Dax-Rekordrausch

07.03.2025, 06:00 Uhr

Der Wochengewinn ist dem Dax nicht mehr zu nehmen. Aus dem gestrigen Geschäft verabschiedete sich der deutsche Börsenleitindex mit einem Stand von 23.419 Punkten. Auf das bereits starke Plus von der Wochenmitte legte er somit weitere 1,5 Prozent drauf, markierte zudem mit 23.475,89 Zählern ein neues Allzeithoch. Noch immer verweisen Marktexperten auf das in Aussicht stehende Fiskalpaket einer möglichen kommenden Regierung aus Union und SPD.

Und auch zum Wochenschluss steht die Politik im Fokus: Hierzulande könnten die Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD erfolgreich beendet werden. In den USA geht es zum einen um die Kryptowährungen, zum anderen um die Geldpolitik der Federal Reserve, denn mit Spannung warten die Finanzmärkte auf einen Redeauftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell. An der Universität von Chicago spricht er am Abend (18.30 Uhr MEZ) über den Konjunkturausblick. Die Federal Reserve hatte den Leitzins auf der Januar-Sitzung in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen. Damit endete die Senkungsserie vorerst, die im September begonnen hatte und der zwei weitere Lockerungen folgten. Die Notenbank, die am 19. März wieder über den Leitzins entscheidet, hat laut Powell angesichts der robusten Konjunkturlage keine Eile mit weiteren geldpolitischen Lockerungen.

Zuvor legt die US-Regierung den Arbeitsmarktbericht für Februar vor. Fachleute erwarten einen Stellenaufbau von 160.000, nach 143.000 im Januar. Die US-Notenbank Fed soll für Preisstabilität sorgen und überdies Vollbeschäftigung fördern. Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,0 Prozent scheint letztere erreicht. Auch für Februar wird mit diesem Wert gerechnet.

Im Weißen Haus treffen sich Vertreter der Kryptowährungsbranche mit US-Politikern. Der selbsternannte "Krypto-Präsident" Donald Trump wird voraussichtlich eine Rede halten. Von dem Gipfel erhoffen sich Anleger Details zu den geplanten strategischen Reserven in Bitcoin & Co, die die USA anlegen wollen. Trump hatte eine lockere Regulierung des Sektors in Aussicht gestellt, woraufhin die Kurse von Bitcoin und Co. zeitweise deutlich zugelegt hatten.

Am Morgen stehen hierzulande aber bereits frische Wirtschaftsdaten auf der Agenda, der Auftragseingang der Industrie. Dabei erwarten Experten für Januar einen Rückgang um 2,8 Prozent. Damit würde das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen, nachdem im Dezember laut Daten des Statistischen Bundesamtes ein Zuwachs von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat erreicht wurde. Nach Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums zeichnete sich damit jedoch noch keine konjunkturelle Trendwende ab. Unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und hohe Kosten belasten aus Sicht der Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und bremsen die Nachfrage nach Industriegütern. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de