Der Börsen-Tag Kupfermarkt spielt wegen Trump verrückt

Die Ankündigung hoher Einfuhrzölle auf Kupfer durch US-Präsident Donald Trump lässt den Preis für das Industriemetall in den USA nach oben schießen, während er außerhalb sinkt. An der Londoner Metallbörse LME verbilligte sich der Preis für eine Tonne Kupfer um 0,6 Prozent auf 9735 Dollar. An der Börse in Shanghai (SHFE) gab der Preis um rund ein halbes Prozent nach.
Trump hatte gestern überraschend einen Zoll von 50 Prozent auf Kupferimporte angekündigt, um die heimische Produktion des wichtigen Industriemetalls anzukurbeln. An der US-Börse Comex ging es für den Kupferpreis daraufhin um mehr als zwölf Prozent nach oben.
US-Handelsminister Howard Lutnick sagte, die Zölle würden voraussichtlich bis Ende Juli oder zum 1. August eingeführt. Dies lässt Händlern kaum Zeit, vorher noch größere Mengen in die USA zu liefern. Die USA sind traditionell ein großer Abnehmer der weltweiten Kupferproduktion.
Trump hatte die Kupfer-Einfuhren zwar schon seit Längerem im Visier. Doch die Zoll-Ankündigung kam früher als erwartet und ist auch heftiger als gedacht.
Die Analysten der US-Bank Citigroup rechnen mit einer deutlichen Abkopplung des US-Kupferpreises vom Weltmarkt. Sie erwarten, dass der Preis in den USA um 25 bis 35 Prozent oder 2300 bis 3300 Dollar je Tonne über dem Niveau der Londoner LME liegen wird. Diese Entwicklung dürfte den Preis für Kupfer außerhalb der USA auf Sicht von drei Monaten auf 8800 Dollar je Tonne drücken, so die Bank.