Der Börsen-TagLockerungen treiben Börsen in China
Während sich an den asiatischen Aktienmärkten in der Breite keine einheitliche Tendenz durchsetzt, preschen die chinesischen Börsen vor. Bereits seit einiger Zeit geht es dort deutlich volatiler zu. In Shanghai und Hongkong steigen die Leitindizes um 1,6 bzw. 3,5 Prozent. Der Shanghai Composite klettert erstmals seit über zwei Monaten auf über 3200 Punkte. Selbst extrem schwache Konjunkturdaten aus China tun der guten Stimmung keinen Abbruch. Der von Caixin Media Co und S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor fiel auf den tiefsten Stand seit Mai und liegt nun noch tiefer im Kontraktionsbereich.
Grund für die Gewinne an den Börsen sind neue Lockerungen der strikten Corona-Maßnahmen in China. Nur wenige Tage, nachdem sich die Wut der Bevölkerung in seltenen Protesten gegen die Null-Covid-Politik entladen hat, werden laut Beamten einige Beschränkungen der Bewegungsfreiheit der Einwohner aufgehoben, etwa obligatorische Covid-Tests für Personen, die öffentliche Verkehrsmittel benutzen oder Parks und andere öffentliche Räume betreten wollen.
Analysten sehen in den Schritten aber noch keine Aufgabe der Null-Covid-Politik. "Vielmehr sehen wir sie als klaren Beweis dafür, dass sich die chinesische Regierung auf einen Ausstieg vorbereitet und versucht, die wirtschaftlichen und sozialen Kosten der Covid-Kontrolle in der Zwischenzeit zu minimieren", heißt es bei Goldman Sachs. Die Zahl der Neuinfektionen steigt derweil weiter sprunghaft an.