Der Börsen-TagMarkt ist zu sorgenfrei
Mit einem verhaltenen Start an Europas Börsen rechnen Händler. Nach neuen Hochs im Dax wird zunächst mit einem abwartenden Geschäft gerechnet. An der Wall Street dominierte überwiegend Vorsicht; die Tech-Werte schlossen mit leichten Verlusten, Tagesgewinner waren dort die defensiven Branche wie Versorger, Gesundheits- und Konsumwerte.
Den Märkten fehlen nach Ende der Berichtssaison frische Impulse. "Vor allem von der Entwicklung bei Zoll-Verhandlungen hört man fast gar nichts", kommentiert ein Händler. Die Märkte schienen sich selbstgefällig in Sicherheit zu wiegen. Dabei hatte US-Finanzminister Bessent am Wochenende klargemacht, dass die Zölle ohne "Deals" vollumfänglich zurückkehren. Lisa Shalett, Investment-Chefin bei Morgan Stanley Wealth Management sagt: "Es hat etwas von einem 'Warum soll ich mir Sorgen machen?'-Markt - und das ist genau dass, wenn Leute wie ich anfangen, sich Sorgen zu machen".
Für Vorsicht dürften zudem klare Worte der Fed sorgen: So unterstrich Alberto Musalem, Präsident der Fed-Filiale St. Louis, am Vorabend, dass die Fed-Politik von den Folgen der Trump-Zölle abhängt. Je nach ihrer endgültigen Höhe würden sie sich auf Inflation und Zinsen auswirken. Trumps Forderungen nach US-Zinssenkungen entschwinden damit in immer weitere Ferne.
Besonders im Fokus stehe daher die US-Anleihe-Auktion am Nachmittag. Sie ist die erste Auktion langlaufender Anleihen seit der Abstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moodys.