Der Börsen-TagMaue Konjunkturlage verschreckt Dax-Anleger

Düstere Wachstumsaussichten drücken an den Aktienmärkten zur Mittagszeit auf die Stimmung: Börsianer schätzen die deutsche Konjunkturlage angesichts des Auftragsschwunds in der Industrie so schlecht ein wie seit über neun Jahren nicht mehr. Das entsprechende Barometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fällt im Juli um 8,9 auf minus 1,1 Zähler. Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr sank zugleich um 3,4 auf minus 24,5 Punkte. Das ist der schwächste Wert seit Oktober 2018.
Der Dax bröckelt daraufhin weiter ab und tritt nur noch auf der Stelle. Der MDax rutscht mit einem Minus von rund 0,2 Prozent in die Verlustzone. Auch der TecDax dreht mit einem Verlust von rund 0,3 Prozent in den roten Bereich. "Eine nachhaltige Eindämmung der Unsicherheitsfaktoren für die exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft ist derzeit nicht in Sicht", sagt ZEW-Präsident Achim Wambach. "Der nun schon seit längerem anhaltende Auftragsschwund in der Industrie hinterlässt langsam aber sicher tiefe Kerben in der Wirtschaftsentwicklung", meint der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. In der Automobilindustrie, im Maschinenbau sowie in der Chemiebranche nähmen die Sorgenfalten zu.