Der Börsen-TagMercedes-Benz kappt erneut Prognose - China-Krise
Die hartnäckige Flaute auf dem chinesischen Markt für Luxusautos lässt den Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz pessimistisch in die Zukunft blicken. Das Unternehmen senkt seine Prognose für das Gesamtjahr zum zweiten Mal binnen zwei Monaten und rechnet nun mit einem deutlich niedrigeren Gewinn als vor Jahresfrist. Auslöser sei eine weitere Verschlechterung des makroökonomischen Umfelds gewesen, vor allem in China, heißt es zur Begründung. Die Konjunktur in China habe angesichts des schwächeren Konsums und des anhaltenden Abschwungs im Immobiliensektor weiter an Dynamik verloren. "Das wirkte sich auf den Gesamtabsatz in China aus, einschließlich der Verkäufe im Top-End-Segment."
Auch der Konkurrent BMW spürt die schwächere Nachfrage in China und senkte unter anderem deswegen zuletzt seine Prognose. Die Autobauer leiden vor allem unter der schwelenden Immobilienkrise: Die fallenden Immobilienpreise treffen insbesondere wohlhabende Chinesen - die typischen Kunden der deutschen Premium-Hersteller. Porsche hatte zum Halbjahr ebenfalls eingeräumt, dass keine rasche Erholung in der Volksrepublik zu erwarten ist.
Schon in der ersten Jahreshälfte hatte Mercedes zu spüren bekommen, dass weniger Spitzenmodelle verkauft wurden, die üblicherweise eine deutlich höhere Gewinnmarge mit sich bringen als kleinere Fahrzeuge. Mercedes-Chef Ola Källenius hatte Ende Juli seine Hoffnung auf neue Modelle gesetzt, die in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen und das Geschäft ankurbeln sollten. Doch diese Hoffnung scheint sich nun nicht zu erfüllen. Mercedes teilt dazu mit, der Absatzmix dürfte im zweiten Halbjahr unverändert gegenüber der ersten Jahreshälfte bleiben und damit schwächer ausfallen als ursprünglich erwartet. Auch der Preisdruck dürfte bleiben: Mercedes spricht selbst von einem "dynamischen Preisumfeld".
