Mittwoch, 04. November 2020Der Börsen-Tag

17:38 Uhr

Trump? Biden? Dax gewinnt US-Wahl

Die Aktienmärkte haben in den vergangenen beiden Handelstagen auf einen klaren Ausgang bei den US-Präsidentschaftswahlen gesetzt. Der Dax gewann insgesamt 4,6 Prozent. Doch noch ist nicht klar, wie der nächste US-Präsident heißen wird, das Rennen noch nicht entschieden. Der Dax geht deshalb zu Handelsbeginn auf Tauchstation, markiert bei 11.848 Punkten sein Tagestief, ehe die Stimmung dann doch ins Positive kippt. Das Resultat ist ein Tageshoch von 12.348 Zählern. Aus dem Handel verabschiedet sich der deutsche Börsenleitindex dann 2,0 Prozent fester mit 12.324 Punkten. Das bisherige Wochenplus klettert somit auf 6,6 Prozent

Dax
Dax 13.228,17

"Am Morgen herrschte noch Nervosität", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Corinna Wohlfeil. "Die Börsianer haben in der Mehrheit auf Joe Biden gesetzt, dann kam die Unklarheit. Vielleicht wartet man jetzt einfach das Ende der Zitterpartie ab", erläutert sie. "Die Aussichten auf ein baldiges, dickes Konjunkturpaket der Demokraten sind allerdings gesunken."

Zu den Gewinnern im Dax zählen Delivery Hero mit einem Aufschlag von mehr als sieben Prozent und FMC. Der in den USA stark vertretene Dialysespezialist profitiert offenbar von einem möglichen Wahlsieg Donald Trumps, die Aktien legen mehr als sechs Prozent zu. Dagegen trennen sich Anleger von Titeln wie Heidelbergcement und Continental.

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17:05 Uhr

Thema Börse: Großbritannien steuert auf Konflikt mit EU zu

Die britische Finanzaufsicht erlaubt Banken und Fondsmanagern aus Großbritannien, ab Januar Aktien über Börsen in der Europäischen Union zu handeln. Damit droht ein Konflikt bei den Regelungen für Investoren zwischen Großbritannien und der EU. Die europäische Aufsicht ESMA hat bereits erklärt, dass Investoren aus der EU in London nur die Aktien handeln können, die in Pfund Sterling notiert sind. Die britische Hauptstadt ist ein wichtiger Handelsplatz für grenzüberschreitende Wertpapiergeschäfte in den unterschiedlichsten Währungen.

Die britische Aufsicht gab großzügigere Regeln vor. "Jede Restriktion des Aktienhandels, die auf der Währung basiert, spiegelt nicht die währungsübergreifende Natur der weltweiten Finanzmärkte wider." Die EU-Kommission hatte gehofft, dass Großbritannien seine Investoren zum Einsatz heimischer Handelsplattformen verpflichtet, um Konflikte bei den Regelungen zu vermeiden.

16:28 Uhr

Corona-Impfstoff: Pfizer und Astrazeneca im Fokus

Die Hoffnung auf baldige Klarheit über einen Corona-Impfstoff treibt die Aktien der Pharmakonzerne Pfizer und Astrazeneca an. Pfizer legen im US-Handel rund drei Prozent zu, Astrazeneca in London mehr als fünf Prozent.

Kate Bingham, Vorsitzende der britischen Impfstoff-Arbeitsgruppe sagt, sie hoffe auf positive Studienergebnisse zu den Mitteln beider Unternehmen Anfang Dezember. Das könnte den Weg frei machen für eine Marktzulassung des in der Pandemie sehnlichst erwarteten Mittels noch in diesem Jahr. Astrazeneca arbeitet bei seinem Impfstoff mit der Universität von Oxford zusammen. Das Medikament wird derzeit an zehntausenden Menschen in einer späten Phase getestet. Pfizer kooperiert mit dem Mainzer Unternehmen Biontech und hat angekündigt, möglicherweise schon im November einen Zulassungsantrag in den USA zu stellen, wenn positive Ergebnisse aus der laufenden Studie vorliegen.

15:54 Uhr

Wahl-Chaos? Steigende Kurse an der Wall Street

Trotz des weiter unklaren Ausgangs der US-Wahl ist die Wall Street am Mittwoch mit Aufschlägen gestartet. Der Dow-Jones-Index gewinnt 0,8 Prozent auf 27.697 Punkte. Der S&P-500 legt 1,6 Prozent zu, der Nasdaq-Composite klettert um 2,9 Prozent. Mit der Hängepartie um das Weiße Haus dürfte sich jedoch die Volatilität deutlich erhöhen.

Bei den Technologie-Werten würde ein Sieg von US-Präsident Donald Trump die Sorgen vor einer stärkeren Regulierung schmälern, heißt es. "Die Regulierung der Tech-Konzerne dürfte dann sanfter über die Bühne gehen als unter Biden", so ein Marktteilnehmer. Auch sinke die Wahrscheinlichkeit höherer Unternehmenssteuern. Der Technologie-Sektor im S&P-500 steigt um 2,1 Prozent.

Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden liefern sich weiter ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schon vor dem Ende der Stimmauszählung hat sich der Amtsinhaber zum Sieger erklärt und will außerdem per Gerichtsbeschluss die weitere Auszählung stoppen lassen. Damit könnte es zu der befürchteten Hängepartie kommen, bis ein endgültiges Wahlergebnis feststeht. Auch könnte sich eine veritable Verfassungskrise entwickeln.

Damit erhalten auch die Markthoffnungen auf ein baldiges neues US-Konjunkturpaket einen herben Dämpfer, denn bis ein solches verabschiedet wird, könnte noch geraume Zeit vergehen, heißt es von einem Beobachter. "Wir haben eine lange Phase der Unsicherheit vor uns", sagt Jon Jonsson, Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere bei der Neuberger Berman Group. "Dem Markt wird dies nicht gefallen."

15:38 Uhr

Trotz Corona: Xi will Chinas Wirtschaft weiter öffnen

China will sich nach Worten von Präsident Xi Jinping trotz der Virus-Pandemie weiter öffnen. In der Corona-Krise könne niemand alleine durchkommen, man müsse stärker zusammenarbeiten, sagt Xi. In einer Zeit wirtschaftlicher Instabilität dürfe es keinen Unilateralismus oder Protektionismus geben. Xi sagte, China wolle seinen Markt "zum Weltmarkt" machen, da es sich auf ein neues Wirtschaftsmodell zubewegen wolle. Man werde etwa die Importbeschränkungen des Landes reduzieren, alle in China registrierten Unternehmen gleich behandeln und mehr Handelsabkommen mit anderen Ländern unterzeichnen, so Xi.

14:52 Uhr

Rund 200 Punkte nach oben: Dax erklimmt Tageshoch

Ein klar unter den Erwartungen ausgefallener ADP-Bericht in den USA belastet den Dax nicht. Im Gegenteil, dieser hat bei 12.285 Punkten sogar ein neues Tageshoch markiert. Die Daten werden überschattet von den US-Wahlen. Trotz des unklaren Wahlausgangs geht es mit den Kursen nach oben. Möglicherweise setzen einige Anleger nun auf einen Trump-Sieg. In Kombination mit einer republikanischen Mehrheit im Senat wäre dies aus Marktsicht kein schlechter Wahlausgang für die Aktienmärkte. Im Oktober hatten US-Firmen dem ADP-Bericht zufolge lediglich 365.000 neue Stellen geschaffen. 600.000 waren dagegen erwartet worden.

14:28 Uhr

Mitsubishi rast in die roten Zahlen

Der japanische Autobauer Mitsubishi hat im dritten Quartal einen Verlust verbucht. Der operative Fehlbetrag erreichte 29,3 Milliarden Yen - etwa 240,3 Millionen Euro - nach einem Gewinn von 6,3 Milliarden Yen vor Jahresfrist. Konzernchef Takao Kato, der im Gesamtjahr einen Betriebsverlust von 140 Milliarden Yen erwartet, reduziert daraufhin sein Verkaufsziel für das laufende Bilanzjahr um 21.000 auf 824.000 Fahrzeuge. Der Manager will mit Kostensenkungen gegensteuern und die Ertragswende schaffen. Sein Unternehmen habe gute Chancen, im nächsten Geschäftsjahr wieder Gewinne zu erzielen, erklärt Kato.

14:03 Uhr

Wahl-Zitterpartie belastet Goldpreis und -Aktien

Die Zitterpartie nach der US-Präsidentschaftswahl lässt auch die Aktien der Goldförderer nicht ungeschoren. Die Papiere von Firmen wie Barrick Gold, AngloGold und Agnico Eagle Mines geben im vorbörslichen US-Handel bis zu rund drei Prozent nach.

Sie reagieren auf den allgemein schwächeren Goldpreis. Das Edelmetall verbilligte sich zeitweise um 1,3 Prozent auf 1883,51 Dollar je Feinunze. "Sollte sich Amtsinhaber Donald Trump durchsetzen, könnte das den Risikoappetit der Anleger weiter beflügeln und Gold kurzfristig unter Druck setzen", sagt Alexander Zumpfe, Experte beim Edelmetall-Handelshaus Heraeus. Der Republikaner hat sich bereits zum Sieger der Wahl erklärt, allerdings sind immer noch Millionen Stimmen nicht ausgezählt.

Gold in USD
Gold in USD 1.826,40

13:45 Uhr

US-Wahl nimmt Vestas Wind aus den Flügeln

Der Windkraftanlagenhersteller Vestas, Europas Branchenprimus, hat im dritten Quartal trotz eines Umsatzsprungs deutlich weniger verdient als im Vorjahr, und die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Obwohl der dänische Konzern besser abschnitt als von Analysten erwartet, verlieren die Aktien mehr als vier Prozent. Marktteilnehmer verweisen hier auch auf die US-Wahl und die sich andeutende Niederlage des Demokraten Joe Biden. In dessen Wahlprogramm hatte das Thema Klimaschutz eine große Rolle gespielt.

Vestas
Vestas 164,30

13:23 Uhr

Trump? Biden? Egal? Wall Street rätselt

Zurückhaltung dürfte an der Wall Street nach der US-Wahl dominieren. Hintergrund ist, dass der von vielen erhoffte klare Wahlausgang ausgeblieben ist. Vielmehr liefern sich US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zudem hat sich der Amtsinhaber schon vor dem Ende der Stimmauszählung zum Sieger erklärt und will außerdem per Gerichtsbeschluss die weitere Auszählung stoppen lassen. Damit könnte es zu der im Vorfeld bereits befürchteten Hängepartie kommen, bis ein endgültiges Wahlergebnis feststeht. Auch könnte sich mit den Plänen Trumps eine veritable Verfassungskrise entwickeln. Damit erhalten auch die Hoffnungen des Marktes auf ein baldiges neues US-Konjunkturpaket einen Dämpfer, denn bis ein solches verabschiedet wird, könnte noch geraume Zeit vergehen, so ein Beobachter.

Ob die anstehenden US-Konjunkturdaten einen größeren Impuls setzen können, bleibt abzuwarten. Die Berichtssaison tritt mit dem ungewissen Wahlausgang etwas in den Hintergrund.

12:55 Uhr

Cellnex nimmt Milliarden-Deals ins Visier

Der spanische Funkmastenbetreiber Cellnex steht vor milliardenschweren Zukäufen in Europa. Die Gespräche mit CK Hutchison seien weit fortgeschritten, teilt Cellnex mit. Zuvor hatte CK Hutchison bereits von einer grundlegenden Einigung gesprochen, an Cellnex Telekom-Infrastruktur in Europa sowie einen Minderheitsanteil zu verkaufen. Das vom Milliardär Li Ka Shing gegründete Unternehmen CK Hutchison besitzt in Europa etwa 29.100 Funkmasten. Cellnex mit inzwischen rund 73.000 Funkmasten erklärte, Investitionen im Wert von mehr als elf Milliarden Euro im Visier zu haben. Auch die Corona-Krise hat das Interesse an Telekom-Infrastruktur bisher nicht beeinträchtigt: Investitionen darin gelten trotz der hohen Ausgaben für den 5G-Ausbau als vergleichsweise krisensichere und stetige Einnahmequelle.

12:32 Uhr

Abverkauf von Gewinnern einer "grüneren" US-Politik läuft

"Was dem einen die Nachtigall, ist dem anderen die Eule", kommentieren Händler lapidar die Kursbewegungen am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte nach der US-Wahl. Der Markt habe sich im Vorfeld auf einen Biden-Sieg und eine grünere Politik in den USA eingestellt, dies werde nun teilweise ausgepreist. Während FMC im Dax mehr als fünf Prozent steigen, verlieren Solar- und Windenergie-Aktien wie Nordex mehr als sieben Prozent, Sma Solar etwa drei Prozent.

Zu dieser Trendumkehr merkt Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel, an, dass die Märkte zuletzt in der Erwartung von US-Konjunkturpaketen und "erheblicher Investitionen in Forschung und Entwicklung - vor allem mit Fokus auf die von Biden geplante 'grüne' Energiewende, das Gesundheitssystem und die Infrastruktur" gestiegen seien.

11:47 Uhr

Dax-Anleger "arrangieren" sich mit Trump

Der deutsche Aktienmarkt wartet zur Mitte der Handelswoche mit einem volatilen Handel auf. Der Dax notiert 0,2 Prozent im Minus bei 12.069 Zählern. Das Tagestief hatte er im frühen Handel bei 11.786 Punkten markiert, das Tageshoch bei mehr als 12.200 Stellen. Montag und Dienstag hatte der Dax insgesamt Zuwächse von 4,6 Prozent verbucht.

"Die Anleger haben gelernt, sich zu arrangieren", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel den Handelsverlauf am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte. Sie spricht von einer "sehr sensiblen Reaktion", auch getrieben von einer Welle guter Konjunkturdaten, positiver Entwicklungen der Einkaufsmanagerindizes in Europa. Viele Anleger hätten auf ein anderes, klares Wahlergebnis gesetzt, auf einen Sieg Joe Bidens, das habe Stahl- und Autowerte jüngst getrieben, erläutert Dofel. Nun schichteten diese Investoren um, wie etwa am deutlichen Kursplus von FMC zu sehen sei. Die Titel gewinnen rund fünf Prozent, sind größter Gewinner im Dax.

11:25 Uhr

BMW will Elektroautos auf eigener Plattform

Der Autobauer BMW will angesichts schärferer CO2-Emissionsvorgaben und steigender Nachfrage ab Mitte des Jahrzehnts eine rein batterieleektrische technische Plattform für seine Autos nutzen. "Unser neues Werk in Ungarn spielt hier eine Schlüsselrolle", sagt BMW-Chef Oliver Zipse. "Dort läuft ab Mitte dieses Jahrzehnts die neue BEV-zentrierte Architektur an." BEV steht für rein batterieelektrische Fahrzeuge. Bisher hat BMW auf die kostspielige Entwicklung einer eigenen technischen Plattform für seine Elektroautos verzichtet und baut sowohl Batterieautos als auch Plugin-Hybride auf denselben Montagelinien wie Verbrenner.

BMW
BMW 75,63

Damit sparte sich BMW bisher Kosten für die Entwicklung einer solchen Plattform, wie sie Volkswagen etwa mit dem MEB (Modularer Elektrobaukasten) auf die Beine gestellt hat. Autos mit einer rein elektrischen Architektur gelten aber als besser auf die Elektroantriebe abgestimmt, was etwa bessere Reichweiten erlauben soll - und in größeren Mengen dürften sie dank weniger Umrüstungen auch effizienter in der Produktion sein. Auch Rivale Mercedes hatte eigene Elektroplattformen angekündigt für die Kompakt- und die Oberklasse. Volkswagen hat für die Premiummarken Porsche und Audi ebenfalls noch eine eigene Elektroplattform, PPE genannt.

11:03 Uhr

Schlägt die Wirtschaft Covid-19?

"Die Wirtschaft schlägt möglicherweise Covid-19", kommentiert ein Marktteilnehmer zur US-Wahl. Sollte US-Präsident Donald Trump gewinnen, wäre das ein Zeichen, dass die Wähler die Wirtschaftsentwicklung deutlich höher gewichteten als die Pandemie, sagt er. In der Wirtschaft habe Trump "einen guten Job gemacht", zumindest in den Augen der meisten US-Bürger, in der Pandemie dagegen einen schlechten. Noch ist der Wahlausgang offen, aber selbst bei einer Niederlage hätte Trump noch deutlich besser abgeschnitten als nach den Umfragen erwartet.

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10:46 Uhr

Fraport-Zahlen überzeugen nicht

Anleger trennen sich nach der Vorlage der Geschäftszahlen von den Aktien des Flughafenbetreibers Fraport. Die Papiere geben rund ein Prozent nach. Das Unternehmen leidet massiv unter der Corona-Krise und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang um bis zu 60 Prozent bei einem Einbruch der Passagierzahlen um mehr als 70 Prozent. Dies werde zu einem hohen Verlust führen.

Fraport
Fraport 49,00

10:20 Uhr

Stimmungswechsel? Dax erobert 12.000er Marke zurück

Am deutschen Aktienmarkt dreht am Vormittag die Stimmung: Nachdem der Dax zunächst sehr schwach eröffnet hatte und bis auf ein Tagestief von 11.786 Punkten gefallen war, hellte sich die Stimmung am Markt merklich auf. Mittlerweile notiert der Dax mit 12.035 Zählern nur noch 0,4 Prozent im Minus, aber bereits wieder über der 12.000er Marke.

"Die Anleger waren erschrocken", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel und verweist auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump wegen der Wahl vor das Oberste Gericht ziehen zu wollen, um eine weitere Auszählung der Stimmen zu verhindern. "Inzwischen hat sich der Dax einigermaßen gefangen", so Dofel, was auch daran liegen dürfte, dass der Gerichtsweg kein einfacher wäre. "Die Marktbewegung deutet eher darauf hin, dass sich die Anleger mit einer zweiten Amtszeit Trumps arrangieren."

09:59 Uhr

"Ohne klares Wahlergebnis droht Schwäche wie im Jahr 2000"

Eine längere Phase der Unsicherheit könnte die Märkte stark belasten. "Sollten die Ergebnisse auf sich warten lassen beziehungsweise es zu ausgeprägten juristischen Schlachten im Kampf um die Stimmen kommen, könnten die Märkte ähnlich wie im Jahr 2000 über Wochen mit Schwäche reagieren", warnt Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest. Ein dritter Test des September-Tiefs würde voraussichtlich nicht halten und der S&P-500-Future auf seine 200-Tage-Linie bei 3.122 Punkten fallen, meint er. "Im Sinne einer möglichen Jahresendrally wäre ein baldiges klares Ergebnis die beste Option", so Rethfeld. Aktuell liegt der S&P-500-Future bei rund 3360 Punkten.

 

09:40 Uhr

Enge US-Wahl: Ölpreise steigen

Während in den USA der Wahlausgang weiter unklar bleibt, haben die Ölpreise am Mittwoch im frühen Handel weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 40,62 Dollar. Das waren 91 Cent mehr als am Diensag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt 86 Cent auf 38,52 Dollar.

An den Finanzmärkten hatte man zuvor auf einen eindeutigen Wahlausgang gehofft, zuletzt sah es aufgrund der engen Rennen in den für die Wahl wichtigen sogenannten "Swing States" jedoch nach einer längeren Wartezeit bis zu gesicherten Ergebnissen aus. Marktbeobachter sprachen aufgrund der besser als erwarteten Aussichten für den Amtsinhaber Donald Trump von einer gestiegenen Risikofreude. Aus Sicht von Warren Patterson, Rohstoffexperte der ING-Bank, hat der Ölpreis hiervon profitiert und würde durch einen Wahlsieg Trumps weiter gestützt. Der Grund: Dies mache die Chancen auf die Rückkehr des Irans auf den Weltmarkt für Rohöl weniger wahrscheinlich.

Neben der Nachfrageschwäche wegen der Corona-Krise hatte vor allem Libyen nach einem Waffenstillstand im dortigen Bürgerkrieg seine Produktion deutlich ausgeweitet. Das gestiegene Angebot lastete damit zusätzlich auf den Preisen.

Auch die Öl-Industrie in den USA könnte von einer weiteren Amtszeit des Republikaners profitieren. Im Gegensatz zu Trump steht Kontrahent Joe Biden für einen umweltfreundlicheren Kurs und könnte die in den letzten Jahren boomende US-Fracking-Industrie im Falle eines Wahlsieges zusätzlichen Auflagen unterwerfen.

09:04 Uhr

"Unsicherheit und Enttäuschung" schicken Dax auf Talfahrt

Nach zwei Handelstagen mit deutlichen Gewinnen von insgesamt 4,6 Prozent beim Dax, geht es zur Wochenmitte beim deutschen Börsenleitindex erst einmal nach unten. Der Dax notiert zum Handelsstart 1,9 Prozent im Minus bei 11.862 Punkten. Das bestimmende Thema ist die US-Präsidentschaftswahl - und deren sich abzeichnendes knappes Ergebnis. "Am Markt zeichnet sich Unsicherheit und etwas Enttäuschung ab", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Die Bewegung von Montag und Dienstag hat gezeigt, dass der Markt von einem klaren Ergebnis ausgegangen war, diese Hoffnung zerschlägt sich", erläutert sie. "Die Ankündigung von Trump, die Stimmauszählung per Gericht zu stoppen, sorgt für Unsicherheit und deutliche Dax-Verluste im frühen Handel."

08:49 Uhr

Knappe US-Wahl hält Asien-Anleger in Atem

Das Kopf-an-Kopf-Rennen bei der US-Präsidentenwahl hat die Anleger an den Börsen in Asien in Atem gehalten. In einem nervösen Handelsverlauf legten die Aktien am Mittwoch mehrheitlich zu. Insgesamt gebe es aber eine abwartende Haltung, sagte ein Börsianer. "Ich denke, die Chancen auf einen demokratischen Durchlauf nehmen fast von Minute zu Minute ab", sagt Matt Sherwood, Leiter der Investitionsstrategie bei Perpetual in Sydney.

In Tokio legte der Nikkei 1,7 Prozent auf 23.695 Punkte zu. Im Handelsverlauf hatte er zwischenzeitlich den höchsten Stand seit Februar erreicht. Anleger sahen zunächst den demokratischen Herausforderer Joe Biden vor US-Präsident Donald Trump und hofften auf ein breites Konjunkturpaket. Doch die zunehmende Sorge vor einem umstrittenen Wahlergebnis begrenzte die Gewinne. "Auch wenn es immer noch kein konkretes Ergebnis gibt, scheinen sich die Aktien in Richtung einer höheren Wahrscheinlichkeit für einen Sieg von Trump zu bewegen", sagte Fumio Matsumoto, Chefstrateg bei Okasan Securities.

In China profitierten Bank-Aktien von der Absage des weltgrößten Börsengangs des Zahlungsabwicklers Ant Group. Zwei Tage vor dem Marktdebüt in Shanghai und Hongkong war die 37 Milliarden Dollar schwere Emission mit Verweis auf Lücken bei den Offenlegungspflichten am Vortag vorerst auf Eis gelegt worden. "Angesichts der Ereignisse beim IPO und der neuen Begrenzung für die Ant Group werden die Banken wahrscheinlich entlastet", so Shen Yi, Chef von Shanghai ShenYi Investment.

08:37 Uhr

"Unsicherheit regiert" den Dax

"Wie befürchtet regiert nun die Unsicherheit", sagt Christian Henke von IG Markets. Der Dax-Future fällt an die 12.000er Marke zurück, nachdem er am frühen Morgen noch Stände über 12.240 markierte. "Das Rennen um das Weiße Haus ist extrem eng", sagt Henke. "Nach den früheren Aussagen von Trump ist nun eine juristische Hängepartie nicht mehr auszuschließen", ergänzt er. Profiteur der Unsicherheit ist der Dollar, der Euro wird leichter bei 1,1645 Dollar gehandelt.

07:58 Uhr

Corona-Krise beschert Zalando gute Geschäfte

Zalando
Zalando 78,54

Die Corona-Pandemie hält Zalando in Schwung. Im dritten Quartal konnte der Internethändler seinen Umsatz um fast 22 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro steigern, wie der MDax-Konzern mitteilte. Neben der steigenden Nachfrage der Kunden nach Digitalangeboten profitiert das Unternehmen auch von der guten Entwicklung der Partnerprogramme - hier verdient Zalando mit, wenn Händler auf seiner Internetplattform Waren verkaufen.

Da sich die Kollektionen aus dem Frühjahr und Sommer außergewöhnlich stark abverkauften, konnte Zalando wie bereits bekannt Wertberichtigungen in Höhe von 35 Millionen Euro auflösen, die der Konzern wegen der Pandemie vorsorglich vorgenommen hatte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte mit 118,2 Millionen ein Vielfaches des Vergleichswertes aus dem Vorjahr von 6,3 Millionen Euro. Unter dem Strich erwirtschaftete Zalando 58,5 Millionen Gewinn.

07:40 Uhr

Eurokurs schwächelt

Der Euro ist angesichts eines unsicheren Wahlausgangs in den Vereinigten Staaten unter Druck geraten. Der US-Dollar profitierte hingegen.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1655 Dollar und damit einen Cent weniger als noch in der Nacht. Zeitweise war der Euro noch stärker gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1702 Dollar festgesetzt.

Der Ausgang der Präsidentenwahl in den USA scheint denkbar knapp zu sein. Die an den Finanzmärkten zuletzt gespielte "blaue Welle", also ein klarer Sieg des Demokraten Joe Biden, ist nach bisher bekannten Ergebnissen ausgeblieben. Der Dollar legte zu, weil er als weltweite Reservewährung gilt, die in unsicheren Zeiten oft nachgefragt wird.

07:34 Uhr

Vonovia rechnet mit Gewinnsprung

Vonovia SE
Vonovia SE 55,28

Die Geschäfte für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia laufen dank Auslandszukäufen und steigender Mieten in Großstädten weiterhin gut. Beim Jahresziel für den operativen Gewinn (FFO) will das Dax-Unternehmen das obere Ende der prognostizierten Spanne von 1,275 bis 1,325 Milliarden Euro erreichen, wie Vonovia bei Vorlage der Neunmonatszahlen in Bochum mitteilte.

Davon sollen auch die Aktionäre profitieren, die für 2020 eine Dividende in Höhe von 1,69 Euro je Aktie bekommen sollen. Das wären 0,12 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Im kommenden Jahr will das Unternehmen noch mehr verdienen. Das operative Ergebnis (FFO) soll 2021 auf 1,415 bis 1,465 Milliarden Euro steigen. Das wäre ein Plus von bis zu elf Prozent im Vergleich zum erwarteten Ergebnis für 2020. Zudem will Vonovia bis zu 1,6 Milliarden Euro in Modernisierung und Neubau stecken.

07:18 Uhr

Asien-Börsen richten Blick in die USA

Das knappe Rennen bei der US-Präsidentschaftswahl hat die Anleger an den Börsen in Asien in Atem gehalten.

  • In Tokio legte der Nikkei in einem nervösen Handelsverlauf am Mittwoch zwar rund zwei Prozent zu. Der japanische Leitindex profitierte dabei aber vor allem von positiven Vorgaben aus den USA und Europa, wo Anleger auf einen Machtwechsel im Weißen Haus gesetzt und sich mit Aktien eingedeckt hatten.
  • Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,8 Prozent. Dennoch gebe es insgesamt eine abwartende Haltung, sagte ein Börsianer. Es sehe so aus, dass die Chancen auf einen demokratischen Durchmarsch "fast minütlich" sinken.

Ersten Ergebnissen zufolge liegen US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden in wichtigen Bundesstaaten Kopf an Kopf.