Der Börsen-TagNach Befreiungsschlag: Wo geht die DAX-Reise hin?
Der "Supermittwoch" hat geliefert: Der DAX beendet seine mehrtägige Negativserie zur Wochenmitte, schließt 1,4 Prozent fester mit einem Stand von 18.631 Punkten. Auslöser für diesen Kurssprung von mehr als 260 Zählern waren überraschend positiv aufgenommene US-Preisdaten. Die Inflationsrate war nicht stagniert, sondern leicht gesunken. Das schürt nun die Hoffnungen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).
Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beließen wie erwartet den geldpolitischen Schlüsselsatz am Mittwoch in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent. Sie avisieren im Mittel zugleich für 2024 nur noch einen Zinsschritt nach unten. Im März hatten sie noch drei Senkungen ins Auge gefasst. Mit Blick auf eine an den Finanzmärkten für September erwartete Zinswende blieb er vage: Die Fed lege sich nicht vorab fest. Die Signale aus der Führungsebene der Notenbank sind uneinheitlich.
Nachdem zuletzt die Konjunktur im Vordergrund stand, drängen sich heute Unternehmensthemen in den Fokus. So muss sich etwa beim Kapitalmarkttag in London OMV-Chef Alfred Stern auf unangenehme Fragen einstellen. Die internationalen Investmenthäuser sind dafür bekannt, Manager ins Kreuzverhör zu nehmen. Bei Österreichs größtem Industriekonzern gibt es viele offene Themen: Die Gaslieferverträge mit der russischen Gazprom zum Beispiel, oder Klagen von Klimaschützern gegen das Erdgas-Projekt Neptun vor der Küste Rumäniens. Die brennendste Frage für die Zukunft des Gas-, Öl- und Chemiekonzerns ist aber, wie die Verhandlungen mit der arabischen Adnoc über eine Fusion der Chemietöchter laufen und was das für die OMV-Strategie bedeutet.
In den USA sind die Aktionäre des Elektroautobauers Tesla zu ihrer jährlichen Versammlung geladen. Zur Abstimmung steht dabei unter anderem das Vergütungspaket für Konzernchef Elon Musk von 56 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2018, das ein Gericht kürzlich gekippt hatte. Musk wirbt mit Werksführungen um Zustimmung zu dem Paket. Ob das reicht, bleibt abzuwarten. So empfahlen die Aktionärsberater Institutional Shareholder Services (ISS) and Glass Lewis zuletzt, gegen das Paket zu stimmen. Sorgen dürften sich die Anleger auch über den sinkenden Elektroautoabsatz machen sowie die Kursentwicklung der Tesla-Aktien, die schon länger auf Talfahrt sind.
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