Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagNeue Anti-Russland-Sanktionen tun auch dem Dax weh

05.04.2022, 17:38 Uhr

Die Handelseröffnung an der Frankfurter Börse war freundlich - das war es aber auch schon. Denn ab dem späten Vormittag ging es mit den Kursen sukzessive bergab. Im Blick hatten die Anleger dabei die neue Runde der geplanten Anti-Russland-Sanktionen, in die unter anderem ein Importstopp für russische Kohle enthalten ist. Wegen dieser geplanten Verschärfungen gingen die Anleger keine Risiken ein und verkauften lieber.

Auch die USA erhöhten den Druck auf Russland. Sie haben die russische Regierung daran gehindert, fällige Zinszahlungen von mehr als 600 Millionen US-Dollar auf Fremdwährungsanleihen aus den bei US-Banken gehaltenen Reserven auszuzahlen. "Russland muss sich entscheiden, ob es die verbleibenden wertvollen Dollarreserven aufbraucht oder neue Einnahmen erzielt, oder ob es in Verzug gerät", hieß es aus dem US-Finanzministerium.

Unter diesen Voraussetzungen hatte der Dax heute keine Chance, er verlor 0,7 Prozent auf 14.424 Punkte. Am Vormittag hatte der Leitindex noch ein Tageshoch von 14.603 Zählern erreicht. Der EuroStoxx50 notierte 1,1 Prozent tiefer bei 3908 Stellen.

Im Dax fielen MTU um 5,2 Prozent. Barclays hat die Aktien auf "Equalweight" von "Overweight" heruntergenommen. Airbus gaben 4,4 Prozent ab. Infineon sanken um 4,2 Prozent und Siemens um drei Prozent.

Auf der anderen Seite zogen Internet-Aktien weiter an, allen voran Shop-Apotheke, die nach einem guten Jahresstart um 13,6 Prozent stiegen. Im Dax gewannen Delivery Hero weitere 4,1 Prozent und Hellofresh 4,5 Prozent.

Nach der gescheiterten Übernahme der Aareal Bank starten die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge einen erneuten Anlauf zu einem höheren Preis. Die Aktien legten um weitere 3,4 Prozent zu.

Kion verloren ein Prozent. Der Gabelstapleranbieter kassierte seine 2022er-Prognose. Als Grund nannte das Unternehmen die andauernden erheblichen Unsicherheiten in den Beschaffungsmärkten, die sich durch den Krieg in Osteuropa sowie durch neuerliche Corona-Lockdowns massiv verstärkt hätten.