Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagNeuer DAX-Rekord zum Wochenstart?

31.07.2023, 06:30 Uhr

Eine Reihe von Konjunkturdaten und die Bilanzen vieler großer Dax-Konzerne dürften die Anleger am deutschen Aktienmarkt in der neuen Woche auf Trab halten. In der Vorwoche hatte die Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) für Bewegung im Markt gesorgt. Im Freitagsgeschäft war der DAX bis auf ein neues Allzeithoch von 16.490 Punkten geklettert, hatte dann 0,4 Prozent fester mit 16.470 Zählern geschlossen. Auch an der Wall Street waren die Kurse geklettert.

Die anstehenden Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks dürften vor allem auf die Frage hin abgeklopft werden, ob und wie stark die Fed beziehungsweise EZB in den kommenden Monaten noch an der Zinsschraube drehen werden. Obwohl Fed-Chef Jerome Powell auch nach der elften Zinserhöhung betonte, sich alle Optionen offen halten zu wollen, setzen viele Investoren inzwischen darauf, dass der Zinsgipfel in den USA bereits erreicht ist. Die Währungshüter hoben den geldpolitischen Schlüsselsatz am Mittwoch um einen Viertel Prozentpunkt an - auf die neue Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent. "Für einen weiteren Zinsschritt im September wäre wohl eine unerwartete Beschleunigung der Inflation nötig", meinen die Commerzbank-Analysten Bernd Weidensteiner und Christoph Balz. Zuletzt hatten sinkende Energiepreise dafür gesorgt, dass die US-Teuerungsrate im Juni um einen vollen Punkt auf 3,0 Prozent zurückging - der niedrigste Wert seit mehr als zwei Jahren. Die Zentralbank strebt 2,0 Prozent an, die nun allmählich in Sichtweite kommt.

Für die Eurozone gibt das EU-Statistikamt heute eine Schnellschätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im zweiten Quartal bekannt. Experten erwarten, dass es ein kleines Wachstum von 0,1 Prozent gegeben hat und die Talfahrt der Wirtschaft damit beendet wurde. Zuvor war es beim BIP zwei Quartale in Folge leicht bergab gegangen. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, hält Sorgen bezüglich einer stärkeren Rezession im Euro-Raum für übertrieben. "In den kommenden Monaten sollten die sinkende Inflation sowie ein stabiler Lohn- und Beschäftigungszuwachs die Realeinkommen der Konsumenten stärken, die einen Großteil ihrer überschüssigen Ersparnisse aus den Corona-Jahren noch nicht aufgezehrt haben", meint der Experte. "Das dürfte den Konsum zusätzlich stützen und die Effekte höherer Hypothekenzinsen lindern."

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