Der Börsen-TagNikkei schreibt Geschichte
Ein deutlicher Wahlsieg der Regierungspartei in Japan gibt den Börsen in Asien Auftrieb und stärkt zugleich den Yen. Der japanische Leitindex Nikkei steigt um 4,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 56.647,36 Punkte. Der breiter gefasste Topix notiert 2,5 Prozent höher bei 3792,13 Zählern. Anleger hoffen auf weitere Konjunkturprogramme der Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi. Zudem sorgte eine Erholung bei US-Chipwerten vom Freitag für Erleichterung.
Die japanische Währung macht ihre Verluste aus den vergangenen sechs Handelstagen wett. Japans oberster Währungsdiplomat Atsushi Mimura sagt, die Regierung beobachte die Devisenbewegungen "mit großer Aufmerksamkeit". Der Wahlsieg verschaffe Takaichi eine stabile Mehrheit, die entschlossenes Vorgehen in den Bereichen Konjunkturimpulse, Künstliche Intelligenz, Halbleiter und strategische Reformen ermögliche, sagte Marc Jocum, Anlagestratege bei Global X ETFs. "Japan galt lange als eine antizyklische Anlage, profitiert aber jetzt von einer Reformdynamik", fügt er hinzu. "Politische Stabilität, steigende Kapitalrenditen, die Mobilisierung von heimischem Kapital und moderate Bewertungen deuten alle in die gleiche Richtung."
Im Fokus der Märkte stehe nun, wie die Fiskalpolitik gestaltet werde, sagt Shoki Omori, Stratege bei Mizuho. Die Risiken einer fiskalischen Expansion seien bereits vor der Wahl weitgehend eingepreist gewesen. Die Aussicht auf eine höhere Verschuldung treibt jedoch die Renditen für zweijährige japanische Staatsanleihen auf 1,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1996.