Politik

Zweidrittelmehrheit im UnterhausTrump gratuliert Japans Regierungschefin zu "Erdrutschsieg"

09.02.2026, 03:37 Uhr
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Japans Ministerpräsidentin Takaichi lehnt ihr Land eng an die USA an. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die USA schätzen Japan als engen Verbündeten in Asien gegen China. Premierministerin Takaichi baut allerdings auch persönlich ein Verhältnis zum US-Präsidenten auf. Entsprechend überschwänglich gratuliert ihr Trump zu ihrem Wahlsieg.

US-Präsident Donald Trump hat Japans konservativer Regierungschefin Sanae Takaichi zu ihrem deutlichen Sieg bei der vorgezogenen Parlamentswahl gratuliert. Takaichi habe einen "Erdrutschsieg" eingefahren, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er wünsche ihr und ihrer Koalition "großen Erfolg beim Vorantreiben Ihrer konservativen Agenda des Friedens durch Stärke".

Einer auf Nachwahlbefragungen basierenden Prognose zufolge gewann das Regierungsbündnis aus Takaichis Liberaldemokratischer Partei (LDP) und der rechtsgerichteten JIP mindestens 310 der insgesamt 465 Mandate im japanischen Unterhaus - bei dieser Zahl von Mandaten liegt die Zweidrittelmehrheit, die Takaichi erhebliche Macht verschaffen würde. Das Unterhaus kann mit dieser Mehrheit Beschlüsse des Oberhauses überstimmen.

Takaichi hatte die vorgezogene Unterhaus-Wahl auf den Weg gebracht, um sich eine breitere parlamentarische Basis für ihre ehrgeizigen Reformvorhaben zu verschaffen. Die 64-jährige Ministerpräsidentin kündigte nach ihrem Wahlsieg eine solide Finanzpolitik an. "Wir haben immer wieder betont, wie wichtig eine verantwortungsvolle und proaktive Finanzpolitik ist", sagte sie bei einer Pressekonferenz. "Wir werden die Nachhaltigkeit der Finanzpolitik priorisieren."

Harte Linie gegenüber China

Außenpolitisch tritt Takaichi offensiv gegenüber China auf - und zeigt große Nähe zu den USA. Kurz nach ihrem Amtsantritt sagte sie, eine militärische Eskalation des Taiwan-Konflikts etwa durch den Einsatz chinesischer Kriegsschiffe könne auch Japan in seiner Existenz bedrohen. Für diesen Fall schloss sie einen Militäreinsatz nicht aus, was für heftige Reaktionen in Peking sorgte.

Trump hatte Takaichi zwei Tage vor der Wahl als "starke, mächtige und kluge Führungspersönlichkeit" bezeichnet, "die ihr Land wirklich liebt". Takaichi bedankte sich am Sonntag bei Trump und erklärte im Onlinedienst X, sie freue sich darauf, im Frühjahr das Weiße Haus zu besuchen. Das Potenzial der US-japanischen Allianz sei "grenzenlos", betonte Takaichi.

US-Finanzminister Scott Bessent sprach von einem "großen Sieg" der japanischen Regierungschefin. "Sie ist eine großartige Verbündete und hat ein großartiges Verhältnis zum Präsidenten", sagte er im Sender Fow News. "Und wenn Japan stark ist, sind die USA in Asien stark", fügte Bessent hinzu.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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