Der Börsen-Tag"Nur noch" 619 Milliarden - Euro-Banken bauen faule Kredite ab
Eine richtig gute Nachricht vom europäischen Bankensektor? Gerade waren die Aktienkurse wichtiger Institute auf neue Tiefststände gefallen, jetzt lernen wir: Europas Banken sind im vergangenen Jahr viel gesünder und stabiler geworden. Aber: neue Zahlen deuten schon wieder auf eine Verschlechterung hin.
Das Volumen der notleidenden Kredite (NPL) der im Euroraum tätigen Inlandsbanken hat sich im vergangenen Jahr deutlich verringert. Wie aus Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, sank das NPL-Volumen per Ende 2018 um 19 Prozent auf 619 (2017: 768) Milliarden Euro. Diese Zahl umfasst die in den 19 Ländern des Euroraums ansässigen Banken.
Die Daten zeigen, dass absolut gesehen besonders Italien (minus 28 Prozent) große Fortschritte beim Abbau notleidender Kredite gemacht hat. Leichte Anstiege verzeichneten hingegen Zypern, Finnland und Luxemburg. Im ersten Quartal sind die NPL-Quoten einiger Länder leicht gestiegen.
Das Niveau der notleidenden Kredite sinkt im Trend seit einigen Jahren. Gleichwohl stellen sie immer noch ein Hindernis für die Vollendung der Bankenunion dar, die nach Auffassung von EU-Kommission und EZB eine gemeinsame Bankeinlagensicherung umfassen soll. Aktuelle EZB-Daten zeigen für das erste Quartal 2019 wieder steigende NPL-Quoten etwa für Italien, Griechenland und Belgien.