Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagÖkonomin warnt vor psychologischer Inflationsgefahr

20.10.2021, 11:06 Uhr

Die große Gefahr, dass die derzeit von den Energiepreisen getriebene Teuerung außer Kontrolle gerät, ist laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine psychologische: Die Angst von Firmen und Verbrauchern vor hoher Inflation könnte die Inflation ankurbeln.

Das DIW erklärte, klassische Inflationstreiber wie Lohndruck, Konsum oder Produktionskosten seien derzeit eher moderat. Lieferengpässe, die Produktionskosten derzeit deutlich verteuern, sollten sich 2022 auflösen. "Gefahr droht eher von den Erwartungen, zu der auch gerade die alarmistische Berichterstattung beiträgt", sagte DIW-Ökonomin Kerstin Bernoth.

Wenn Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch Firmen von weiter steigenden Preisen ausgingen, würden die Menschen Käufe vorziehen und höhere Löhne fordern. "Die Unternehmen wiederum werden auf ihre Preise aufschlagen, wenn sie damit rechnen, höhere Löhne und höhere Erzeugerpreise zahlen zu müssen." Dies könne eine klassische Lohn-Preis-Spirale in Gang setzten. "Höhere Inflationserwartungen könnten dann zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden und die tatsächliche Inflation ankurbeln."

Quelle: ntv.de