Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagÖlpreis von 150 Dollar ist möglich 

09.03.2026, 08:39 Uhr

Die jüngste Entwicklung der Ölpreise vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs lässt die Aktienkurse an den Börsen in Ostasien und Australien einbrechen. Mit den Ölpreisen geht es nochmals rasanter als zuletzt bereits nach oben. Erstmals seit 2022 kostet das Barrel Öl wieder mehr als 100 Dollar. Aktuell verteuert sich Brent-Öl um 20 Prozent auf 111 Dollar, phasenweise betrug der Anstieg sogar rund 30 Prozent. Der fortgesetzte Anstieg der Ölpreise schürt Inflationssorgen, was an den Börsen für Verkäufe sorgt. Dazu kommen Sorgen vor Störungen in den Lieferketten.

Unter den Börsen der Region sackt der südkoreanische Aktienmarkt um 6,0 Prozent ab. In Tokio fällt der Topix um 4,4 Prozent. Besser halten sich die chinesischen Börsen. In Hongkong gibt der Hang-Seng-Index um 2,4 Prozent nach. Die Börse in Schanghai liegt "nur" 0,9 Prozent im Minus. Überraschend stark gestiegene chinesische Verbraucherpreise im Februar belasten nicht, sie werden tendenziell eher als Belebungsanzeichen der mauen Konjunktur gewertet. Beobachter sprechen außerdem von einem Sondereffekt aufgrund des chinesischen Neujahrsfests.

Gestern hatten israelische Streitkräfte vier Öllager in Teheran bombardiert, was eine dichte Rauchwolke über der Stadt zur Folge hatte. Im Gegenzug griff der Iran eine Wasserentsalzungsanlage in Bahrain an. Auch Ziele in Israel wurden angegriffen. Derweil meldete das iranische Staatsfernsehen, dass der Sohn des getöteten Ayatollah Chamenei, Modschtaba, zu dessen Nachfolger ernannt worden sei.

Analysten äußern sich indessen besorgt über die möglichen Folgen der drastisch gestiegenen Ölpreise für die Wirtschaft. Wenn die Straße von Hormus, ein wichtiger Transportweg für Öl, länger nicht passierbar sei, könnte der Preis für ein Barrel Öl auf 150 Dollar oder sogar höher steigen, heißt es von Price Futures Group. Wegen der iranischen Angriffe auf Schiffe in der Meerenge, die Öltransporte praktisch unmöglich macht, haben einige Ölförderländer in der Region, etwa Kuweit, die Förderung gedrosselt, da ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind. US-Präsident Trump hat zwar bis zu 20 Milliarden Dollar an Rückversicherung für Tankschiffe angeboten, die die Passage wieder aufnehmen, doch vermag dies die Anleger bislang nicht zu überzeugen.

Quelle: ntv.de