Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Omikron statt Jahresendrally? Das wird heute wichtig für den Dax

Mal mehr als 300 Punkte rauf, dann wieder knapp 200 Zähler rauf - und dann nochmals fast 100 Punkte nach unten: Der Dax schaukelt sich auf einer Berg- und Talfahrt durch die ersten Börsentage im Dezember. Dabei hat der Schlussmonat statistisch einiges zu bieten: Der Dezember ist historisch gesehen mit einem Plus von durchschnittlich knapp 2,5 Prozent der drittbeste Monat des Jahres für den deutschen Börsenleitindex. Seit Jahresbeginn hat er fast zwölf Prozent zugelegt. Das Problem: Die neu entdeckte Corona-Variante Omikron wird Experten zufolge in den kommenden Wochen noch für einige Kursausschläge sorgen. "Entscheidend werden die Untersuchungen zur Effektivität der bisherigen Impfstoffe sein, deren Ergebnisse wir wahrscheinlich nicht vor Ende kommender Woche sehen werden", sagt der Chef-Anlagestratege für Europa bei der Bank BNP Paribas, Ankit Gheedia.

Ein Ende der seit Anfang Oktober zu beobachtenden Hausse sei aber nicht zu befürchten, wirft der Chef der Vermögensverwaltung des Bankhauses Merck Finck, Mark Decker, ein. "Die Konjunkturentwicklung zeigt sich vielerorts überaus robust, die Unternehmensgewinne wachsen in rekordverdächtigen Raten. Zudem fluten die Zentralbanken die Märkte mit billigem Geld." Auch Carsten Mumm, Chef-Analyst der Privatbank Donner & Reuschel, bezeichnet die jüngsten Kursrücksetzer als überfällige Korrektur. "Da Börsen aber in der Regel sechs Monate vorausschauen, dürfte die Hoffnung auf einen nachlassenden Einfluss der Pandemie, sich langsam auflösende Lieferkettenprobleme und zumindest leicht nachgebende Inflationsraten den Blick der Aktienanleger aufhellen."

Für Nikolas Kreuz, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Invios, ist die Jahresendrally dagegen gelaufen. "Privatanleger sollten zufrieden sein mit dem Ergebnis eines guten Börsenjahres und die Bücher für dieses Jahr schließen." Er rate dazu, Gewinne einzustreichen und sich an die Seitenauslinie zurückzuziehen. Bislang mache dies aber kaum jemand, sagt Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg. Vor allem institutionelle Anleger hofften darauf, dass es mit der Omikron-Variante nicht so schlimm komme. Außerdem vertraue man darauf, dass die jüngsten Rücksetzer wie die vorangegangenen in diesem Jahr nur von kurzer Dauer seien.

Nach den prall gefüllten Kalendern der vergangenen Wochen warten in den kommenden Tagen nur wenige relevante Konjunkturdaten auf die Anleger. Zum Start in die neue Handelswoche stehen am Morgen lediglich die deutschen Auftragseingänge im November auf der Agenda und am Mittag der Sentix-Konjunkturindex für Dezember. Das griechische BIP wird ebenfalls veröffentlicht.

Quelle: ntv.de

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