Der Börsen-TagPolitische Unsicherheit lässt Kospi abrutschen
Die Aktienmärkte in Ostasien und Australien zeigen sich weitgehend mit nur sehr geringen Veränderungen. In Südkorea geht es allerdings deutlich nach unten vor dem Hintergrund der jüngsten politischen Turbulenzen, der Kospi rutscht um 2,4 Prozent ab. Ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Yoon Suk Yeol wegen dessen Ausrufs des Kriegsrechts in der vergangenen Woche ist am Samstag im Parlament gescheitert. Länger anhaltende politische Unsicherheit könnten die wirtschaftliche Stimmung im Land schwächen, so die Citigroup. Zugleich dürfte die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung durch die Zentralbank im Januar steigen, wenn der Staatshaushalt 2025 im Dezember nicht verabschiedet werde.
In Tokio rückt der Nikkei-Index 0,1 Prozent vor auf 39.121 Punkte. Dass laut revidierten Daten das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal etwas stärker gewachsen ist als erwartet, sorgt für keinen Impuls. Das BIP stieg auf Jahresbasis um 1,2 Prozent, gegenüber 0,9 Prozent bei der vorläufigen Schätzung. Die Daten bestärken am Markt die Erwartung, dass die Bank of Japan (BoJ) demnächst ihren Leitzins anheben dürfte. Der Yen zeigt sich allerdings wenig verändert, der Dollar kostet knapp 150 Yen. Leicht bremsend auf die Zinsspekulation in Japan könnte der BIP-Deflator wirken, der im dritten Quartal von 2,5 auf 2,4 Prozent leicht nach unten revidiert wurde.
An den chinesischen Börsen geht es in Hongkong für den HSI um 0,4 Prozent nach unten, für den Shanghai Composite um 0,2 Prozent. Getrübt wird das Sentiment von Inflationsdaten. Neue Preisdaten drücken auf die Stimmung. Die Verbraucherpreise stiegen im November mit 0,2 Prozent deutlich unter den erwarteten 0,5 Prozent. Der Erzeugerpreisindex fiel um 2,5 Prozent und verzeichnete den 26. Monat in Folge einen Rückgang. Die Daten sind ein Beleg für die anhaltende Nachfrageschwäche in China. Die Regierung hat zwar einige Maßnahmen eingeleitet, um die maue Wirtschaftsentwicklung anzukurbeln, doch reichen diese wohl nicht aus. Am Markt wird daher weiter auf ergänzende Stimuli gehofft. Sie könnten auf der jährlichen zentralen Wirtschaftskonferenz beschlossen werden.