Der Börsen-TagRoche hofft auf "Emicizumab"
Der Schweizer Pharmakonzern Roche drängt mit einem neuen Medikament in den lukrativen Markt zur Behandlung der Bluterkrankheit. Bei den Behörden in den USA und Europa wurde die Zulassung der experimentellen Arznei "Emicizumab" zur Behandlung von Hämophilie A beantragt, wie das Unternehmen mitteilte.
Analysten trauen dem auch unter der Bezeichnung ACE910 bekannten Medikament bis zu fünf Milliarden Dollar Jahresumsatz zu.
Bei der erblichen Bluterkrankheit ist die Blutgerinnung gestört: Das Blut aus Wunden gerinnt nicht oder nur langsam und häufig kommt es zu Spontanblutungen, die ohne sichtbare Wunden auftreten.
Bei der häufigsten Krankheitsform Hämophilie A mangelt es den Betroffenen am Gerinnungsfaktor VIII.
Weltweit leiden rund 320.000 Menschen daran - nahezu ausnahmslos Männer.
Der Branchenindex Daxsector Pharma & Healthcare liegt aktuell 0,5 Prozent im Plus.
Der insgesamt rund elf Milliarden Dollar schwere Markt für Hämophilie-Medikamente ist hart umkämpft: Der brititische Roche-Konkurrent Shire erwirkte kürzlich bei einem Hamburger Gericht eine einstweilige Verfügung, dass Roche gewisse Angaben zu den Nebenwirkungen von Emicizumab in einer Phase-III-Studie nicht mehr verbreiten darf, wie der britische Pharmakonzern am Wochenende mitteilte.