Der Börsen-TagSAP ist im Cloud-Rausch
Ein anhaltend starkes Cloud-Geschäft hat SAP zum Jahresauftakt ein erneutes kräftiges Wachstum beschert. Der operative Gewinn sei währungsbereinigt um 19 Prozent auf 1,533 Milliarden Euro gestiegen, gibt Europas größtes Softwarehaus bekannt. Rechne man die zusätzlichen Kosten für die Vergütungen aus Aktienoptionsprogrammen heraus, liege das Plus sogar bei mehr als 20 Prozent, ergänzt SAP-Finanzchef Dominik Assam.
Um die operative Entwicklung klarer hervorzuheben, rechnet SAP bei den maßgeblichen Kennziffern erstmals die Kosten für Aktienoptionsprogramme hinein. Weil der Kurs der Papiere in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt hatte, musste die Firma ihren Beschäftigten für Optionen mehr Geld auszahlen als geplant. Im weiteren Jahresverlauf seien aber keine weiteren außergewöhnlichen Belastungen zu erwarten, weil die Barablösung aus diesen Anrechten schrittweise zurückgefahren werde. Die Mitarbeiter erhalten stattdessen die Anteilsscheine gutgeschrieben.
Der Konzernumsatz stieg weiteren Angaben zufolge währungsbereinigt um neun Prozent auf 8,041 Milliarden Euro. Die wichtigen Cloud-Erlöse legten um ein Viertel auf 3,928 Milliarden Euro zu. Parallel dazu bildete SAP Rückstellungen im Volumen von 2,2 Milliarden Euro für den angekündigten Konzernumbau. Bei einer Bilanzierung nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS ergebe sich daher ein operativer Verlust von 800 Millionen Euro.
Um sich für KI-Ära fit zu machen, will die Firma etwa 8000 Stellen streichen. In Deutschland sind einem Medienbericht zufolge etwa 2600 Jobs betroffen. Da gleichzeitig aber Beschäftigte für den Einsatz in zukunftsträchtigen Bereichen umgeschult oder neues Personal eingestellt werde, bleibe die Größe der Belegschaft insgesamt fast unverändert.