Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagSaudischer Staatsfonds leiht 11 Milliarden Dollar

17.09.2018, 13:37 Uhr

Koenig-Salman
Der saudische König Salman. (Foto: picture alliance/dpa)

An Geld mangelt es Saudi-Arabien eigentlich nicht. Die Petro-Dollars im Königreich sprudeln, umso mehr als der Ölpreis inzwischen wieder fast bei der Marke von 80 Dollar liegt. Trotzdem zapft der Staatsfonds des Landes (PIF) nun zum ersten Mal überhaupt die Finanzmärkte an: Man habe sich mit einem Konsortium internationaler Banken auf ein Darlehen von 11 Milliarden Dollar geeinigt, teilte PIF mit. "Das ist der erste Schritt, um Kredite und Schuldtitel in die langfristige Finanzierungsstrategie von PIF einzubinden."

Welche Banken dem saudischen Staatsfonds Geld geborgt haben, ist nicht bekannt. Das Interesse soll laut "Wall Street Journal" aber so groß gewesen sein, dass die PIF-Manager sogar ein größeres Darlehen aufnahmen als eigentlich geplant. Und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Saudi-Arabien für seine internationalen Investments auch Schulden macht. Man werde sich "zu einem der wichtigsten Nutzer von Bankdienstleistungen in der Region entwickeln", hieß es in der Mitteilung.

PIF kann das Geld gut gebrauchen. Der Fonds hat bereits in Tesla und Uber investiert. Zusammen mit dem japanischen Softbank-Konzern hat PIF einen 100 Milliarden Dollar schweren Fonds für Investments in Hochtechnologie aufgelegt. Und wenn der Börsengang der staatlichen Ölgesellschaft Aramco klappt, dürften Saudi-Arabiens Fondsmanager wohl bald zu den größten Geldverwaltern der Welt aufsteigen. Für König Salman und Kronprinz Mohammed ist der Staatsfonds das zentrale Vehikel zur wirtschaftlichen Modernisierung des Landes.