Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagSex-E-Mails sollen VW in Dieselaffäre überführen

28.09.2018, 10:22 Uhr
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Zumindest in der Fantasie mancher Mitarbeiter geht es im scheinbar grauen Wolfsburg hoch her. (Foto: picture alliance/dpa)

Kann es zu viel Transparenz geben? Gibt es Details vom Abgasbetrug bei VW, die man lieber gar nicht kennen will? E-Mails zwischen einer Sekretärin und einem 55-jährigen VW-Ingenieur mit Passagen wie dieser gehören wohl dazu:

"Also, wenn ich Dir jetzt beschreibe, was ich in meiner Phantasie alles mit Dir anstelle, dann kann ich mich nachhaltig für den Rest des Tages nicht mehr auf meinen Job konzentrieren."

Tatsächlich ist es allerdings nicht nur peinlich für die betreffenden Mitarbeiter, was das "Handelsblatt" jetzt berichtet. Denn in den E-Mails vom 27. Juli 2015 geht es nicht nur um Sexfantasien, sondern - nebenbei - auch darum, dass Konzernchef "WiKo" Winterkorn den Ingenieur zum "kritischen Thema Dieselzulassung USA" angerufen habe und dieser Punkt auf den berühmten "Schadenstisch" komme. Die Mail schließt mit einem ":-(".

Das bewerten Ermittler als weiteren Hinweis darauf, dass der VW-Chef schon lange vor dem 18. September 2018, als der Konzern die Affäre öffentlich machte, von der massenhaften Manipulation wusste.