Der Börsen-TagShutdown-Ängste zum Hexensabbat
Nach dem gestrigen Rücksetzer dürfte es für die europäischen Aktienmärkte weiter nach unten gehen. So wird der DAX am Morgen bei 19.855 Punkten gesehen, nach einem gestrigen Schluss bei 19.970 Punkten. Mit dem Hexensabbat, dem großen Verfallstag am Terminmarkt, dürfte das Handelsvolumen nochmals anziehen. Mit Blick auf die Positionierung könnte hier die 20.000er-Marke im DAX angelaufen werden. Hier sind insgesamt 15.000 Kontrakte offen - auf der Call- und Put-Seite zusammen.
Nachdem das Thema eines möglichen Shutdown in den USA gestern bereits stärker in den Fokus rückte, ist hier über Nacht keine Einigung erzielt worden. Schon vor seiner Inauguration am 20. Januar stiftet US-Präsident Donald Trump Unruhe in Washington, er kritisierte den Entwurf lautstark. Während sich noch zur Wochenmitte abzeichnete, dass der anstehende Übergangshaushalt zur Vermeidung des Shutdown beschlossen werde, läuft hier am Samstagabend die Frist ab.
Ein kurzfristiger Shutdown schwächt laut Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, das US-Wirtschaftswachstum um etwa 0,15 Prozentpunkte pro Woche, was aber nach Shutdown-Ende im Folgequartal vollständig kompensiert werden dürfte. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass zähe politische Verhandlungen und die damit verbundene politische Unsicherheit auch zu kurzfristigen Marktschwankungen führen können. Mittelfristig treiben jedoch die Umsatz- und Gewinnentwicklungen der Unternehmen die Aktienmärkte. Die im Januar startende Berichtssaison könnte daher neue Impulse liefern.