Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagSind die Hoffnungen auf fallende Zinsen verfrüht?

06.12.2023, 12:51 Uhr

Die Bedeutung von harten Wirtschaftsdaten dürfte in den kommenden Tagen noch weiter steigen. Darauf weisen die Strategen der Commerzbank hin. Denn mit Blick auf die anstehenden Sitzungen der Notenbanken stünden die Blackout-Perioden für Aussagen von Notenbankern an. Letzte - eventuell taubenhafte - Signale könnten am Nachmittag von der Bank of Canada kommen.

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel habe erneut taubenhafte Signale gesendet, indem sie eine weitere Zinserhöhung praktisch ausgeschlossen habe. Der Markt habe darauf seine Zinssenkungsspekulationen weiter vorangetrieben - und möglicherweise übertrieben, warnt Commerzbank-Experte Michael Pfister. Der Markt scheine felsenfest von baldigen Zinssenkungen überzeugt zu sein und rechne nun mit knapp 150 Basispunkten an EZB-Zinssenkungen bis Ende 2024 - und damit ähnlich viel wie auf der US-Seite.

Damit "dürfte der Markt hier auf beiden Seiten des Atlantiks etwas vorschnell sein. Die Inflation sei zwar im Euroraum zuletzt deutlich zurückgegangen und damit entfalle auch die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen; aber dies bedeutet nicht auch gleich, dass es nun rasch zu Zinssenkungen komme, so Pfister.

Vor allem in Europa gebe es dafür weniger Spielraum wegen des anhaltend hohen Lohndrucks. Dieser spreche für einen anhaltenden Inflationsdruck und damit auch für eine vorsichtige EZB.